„Für die Produktion ergeben sich ganz neue Möglichkeiten.“

Ohne sich zu verändern, geht es heute nicht mehr – das trifft derzeit vor allem auf die Produktion in Zeulenroda zu. Durch das stetige Wachstum und die Einführung der neuen Bauerfeind-Linie b:joynz wandelt sich hier gerade einiges. Welche Möglichkeiten sich dadurch bieten, erklärt Marcel Sicheneder, Betriebsleiter „Operations“.

Warum sind die Veränderungen in der Produktion in Zeulenroda notwendig?

In erster Linie, weil wir wachsen! Wie Bauerfeind sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat, ist eine Erfolgsgeschichte. Und mit dieser Erfolgsgeschichte gehen automatisch auch Veränderungen einher. Es kommen stetig neue Produkte hinzu, wie z.B. die GenuTrain OA. Und wir müssen immer flexibel und wandelbar sein, weil sich der Markt dynamisch verändert. Und der Wettbewerb schläft auch nicht! Wer nicht unverzüglich und wunschgerecht liefert, wird vom Kunden im Zweifel schnell ersetzt. Das wollen wir verhindern und das bedeutet stetige Veränderung für jeden von uns.

Was ändert sich konkret?

Viele Produkte, vor allem aus dem Bereich Orthesen, wurden bereits nach Gera in die neue Betriebsstätte umgesiedelt. Im November kommen noch die Orthesen Lumbo Plus, Sacro Loc, Spinova Osteo und das Schweißen von SecuTec/SofTec Dorso/Lumbo hinzu. Außerdem wird hier in Zeulenroda nun auch die neue Bauerfeind-Linie b:joynz produziert. Dadurch verändert sich die Struktur in Zeulenroda spürbar. Die Folge ist: Einige Teams setzen sich neu zusammen, bekommen andere Aufgaben, lernen neue Arbeitsschritte.

Das bedeutet also viele Neuerungen in kurzer Zeit…

Ja, das stimmt, und ich kann verstehen, dass sich einige Kolleginnen und Kollegen Gedanken über diese Entwicklung machen. Häufig kommt auch die Frage: Was passiert dann mit meinem Arbeitsplatz hier in Zeulenroda? Dazu kann ich sagen, dass viele Bedenken absolut unbegründet sind. Aktuell haben wir trotz der Corona-Krise die Umsätze vom Vorjahr fast wieder erreicht. Wir brauchen die neue Betriebsstätte in Gera, um das Wachstum überhaupt bewältigen zu können. In Gera finden wir weitere Mitarbeiter, die uns dabei unterstützen. Für die Produktion in Zeulenroda ergeben sich dadurch wiederum ganz neue Strukturen – und auch neue Möglichkeiten.

Welche Möglichkeiten sind das?

Bisher konnten wir hier aufgrund der Kapazitätsengpässe keine Arbeit in Teilzeit anbieten. Das ändert sich ab dem 1. Januar 2021. Mitarbeiter können sich bei Interesse bei ihrem Teamleiter melden. Das wird aktuell schon gut angenommen. In Gera und in Remscheid ist dies ebenfalls möglich. Nur im Bereich Stricken kann leider keine Teilzeit angeboten werden, weil ein Mitarbeiter hier zu viele kapitalintensive Maschinen bedient. Wenn er gerne in Teilzeit arbeiten will, kann er das Team bei Bedarf allerdings auch wechseln. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Überstunden-Anteil im Moment minimal ist, weil wir in Zeulenroda und Gera Auftragsspitzen gemeinsam viel besser bewältigen können. Und die Teamgrößen sind kleiner, da einige Kollegen mit nach Gera gewechselt sind. Dadurch sinkt die Komplexität. Außerdem gewinnen wir durch die Verlagerung der Maschinen Platz in Zeulenroda und können die Produktion neugestalten, um so den Materialfluss zu optimieren.

Wie gehen die Teams mit den Veränderungen um?

Sie haben sich in den vergangenen Monaten super angepasst. Ich denke da zum Beispiel an das Team BK3, dass seit Jahren wächst, weil die Nachfrage immer weiter steigt und jetzt in Zeulenroda und in Gera produziert. Oder an das Team OK2, das für die Konfektion von b:joynz und der Produkte von Bauerfeind Sports zuständig ist. Dieses Team unter Leitung von Kerstin Gerold hat einen großen Veränderungsprozess durchgemacht: Es stellt einige Produkte her, die neu am Markt sind und arbeitet jetzt mit neuen Technologie und Prozessen. Eine tolle Leistung!

Ein Team - viele neue Produkte

Eines von vielen Teams, die den Wandel in den vergangenen Monaten sehr gut gemeistert haben, ist OK2: Teamleiterin Kerstin Gerold verantwortete vorher die Montage und das Schweißen von Orthesen. Nun werden in ihrem Bereich b:joynz-Bandagen, die seit Oktober neu auf dem Markt sind, und die Produkte von Bauerfeind Sports gefertigt. Ein Veränderungsprozess, der für Kerstin Gerold erstmal herausfordernd war: „Am Anfang hatten wir wirklich zu kämpfen. Ich hatte ja bisher immer nur Schweißen und Montage im Team – das Nähen ist neu hinzugekommen. Das habe ich vor etwa 30 Jahren gelernt, und bis jetzt auch noch nicht verlernt. Aber natürlich musste ich mich neu einarbeiten, damit ich die Kollegen anlernen kann. Anfangs gab es skeptische Stimmen, aber wir haben es geschafft, zu motivieren, haben die neuen Prozesse Schritt für Schritt eingeführt. Wir sind froh, dass wir hier arbeiten können und wissen, was die Zukunft bringt. Das ist wichtig!“