Die Zielstrebige
Celine Frommelt, Deutschland

Vertrauen – das hat Celine Frommelt von Beginn an gespürt, als sie bei Bauerfeind ihre Ausbildung begann. Vertrauen, von ihrem Vorgesetzten und ihren Kolleginnen und Kollegen in der Färberei in Zeulenroda. Mit dieser Unterstützung im Rücken, mit Zielstrebigkeit und Fleiß hat es die 23-Jährige geschafft, einen der besten Azubi-Abschlüsse zur Textilveredlerin in Thüringen „hinzulegen“. Nun hat sie neue Pläne bei Bauerfeind – und arbeitet an einem großen Projekt in der Färberei tatkräftig mit.
92 von 100 Punkten in der Theorie und 97 von 100 Punkten in der Praxis. Herzlichen Glückwunsch und Hand aufs Herz: Was hat dir geholfen?
In der Praxis musste ich den kompletten Durchlauf eines Produkts in der Färberei durchspielen. Das ist mir in meiner Ausbildung in Fleisch und Blut übergegangen, deshalb ist es mir leichtgefallen. Für die Theorie habe ich richtig gebüffelt, habe mir nochmal eine Woche Urlaub genommen und bin echt an meine Grenzen gegangen. Dadurch hatte ich das Vertrauen in mich selbst.
Viele junge Leute gehen weg aus der Region, viele zum Studieren. Was hat dich dazu bewegt, hier zu bleiben?
Nach dem Abi gab es so viele Möglichkeiten aber ich war nicht sicher, was ich will. Bei Bauerfeind bin ich dann über einen Nebenjob zur Ausbildung gekommen. Für mich lagen die Vorteile einfach auf der Hand: Geld verdienen, mir mein eigenes Auto leisten können, den Eltern nicht auf der Tasche liegen. Außerdem bin ich nicht der Großstadtmensch. Ich mag die Ruhe, Familie und Freunde um mich herum und sehe mich auch in Zukunft hier.
Gab es eine Situation, die dir von deiner Ausbildung besonders in Erinnerung geblieben ist?
Das waren vor allem die Momente nach einer anstrengenden Spätschicht, vor der ich dachte: Wie sollen wir diese vielen Produkte in einer Schicht färben? Und dann gab es diese Kollegen, mit denen ich Hand in Hand gearbeitet habe. Und dann haben wir zusammen alles pünktlich bis zum Feierabend geschafft. Dieses Gemeinschaftsgefühl war einfach das Beste.
Du wirkst trotz deiner jungen Jahre sehr reflektiert. Wie siehst du dich rückblickend vor drei Jahren zu Beginn deiner Ausbildung und wie jetzt?
Ich denke, dass ich deutlich selbstbewusster geworden bin. Ich habe schnell gemerkt, dass mein Chef Herr Kouloudis und auch langjährige Mitarbeiterinnen wie Simone Hofmann auf mich vertrauen. Mir wurde immer vermittelt, dass ich alles schaffen kann und, dass ich meine Sache gut mache. Ich habe mich nie gefühlt wie ein Azubi, sondern immer wie ein vollwertiger Teil der Mannschaft. Das hat mir sehr geholfen und mich bestärkt, meine Techniker-Ausbildung hier zu machen.
Du repräsentierst Bauerfeind auch immer wieder auf Plakaten in der Region, auf Straßenbahnen und Bussen und machst über Social Media auf Ausbildungsangebote aufmerksam. Was treibt dich dazu an?
Ich engagiere mich gern dafür, dass neue Leute zu Bauerfeind kommen, denn das kann uns ja alle nur weiterbringen. Außerdem macht es mir einfach Freude und bringt mich persönlich weiter. Deshalb nutze ich diese Chancen.
Über Celine Frommelt
Celine Frommelt hat im Juni ihre Ausbildung zur Textilveredlerin erfolgreich abgeschlossen und beginnt ab Ende August ihre Techniker-Ausbildung, eine Art duales Studium, an dessen Ende ein Bachelor-Abschluss steht. Aktuell schreibt sie mit einer Kollegin die Programme für eine automatische Dosieranlage, die noch in diesem Jahr in der Färberei installiert werden soll. Außerhalb der Arbeit ist Celine am liebsten zu Hause. Sie mag das klassische Landleben, baut Gemüse und Kräuter an und will gemeinsam mit ihrem Freund bald Hühner halten. Außerdem liest die Teichwolframsdorferin gern – aktuell alle Teile von Harry Potter.