Ungewohnte Stille
Christina Casares, Spanien

... herrscht in Spanien, wo Einheimische und Touristen aktuell eigentlich ihre Zeit am Strand und in den Innenstädten genießen würden. Durch eine der strengsten Ausgangssperren weltweit ist alles wie leergefegt – auch in Valencia, wo die Tochtergesellschaft Bauerfeind Ibérica, S.A ihren Sitz hat. Cristina Casares ist dort eng mit Kunden in Kontakt, bei denen sie für ihre lebensfrohe Art bekannt ist. Die Lage beschreibt sie als schwierig – für Bauerfeind Ibérica, die Fachgeschäfte und das ganze Land.
Die wichtigste Frage vorweg: Wie geht es dir, Cristina?
Danke, mir geht’s gut, auch wenn die Situation gerade so schwierig ist.
Das ist schön zu hören. Dein Chef Miguel hat dich für dieses Portrait vorgeschlagen. Kannst du dir vorstellen, warum? Wir finden, das ist ein echter Ritterschlag!
Nein, aber ich freue mich sehr darüber. Es war eine große Überraschung. Ich könnte mir nur vorstellen, dass es daran liegt, dass ich schon 24 Jahre lang im Unternehmen bin – und mir macht meine Arbeit noch immer so viel Spaß!
Wow, das ist eine lange Zeit...
Ja, ich habe schon als Trainee bei Bauerfeind angefangen und bin geblieben. Jetzt arbeite ich im Customer Service, pflege die Beziehungen zu den Kunden, nehme Bestellungen an, bearbeite Retouren und helfe bei allen Fragen weiter.
Wie funktioniert denn die Arbeit für euer Team im Moment?
Wir arbeiten alle von zu Hause aus. Das klappt ganz gut und ich muss dadurch nicht mit Bahn und Bus zur Arbeit fahren. Schwieriger ist es für unsere Vertriebs mit arbeiter, die unsere Fachhändler und Ärzte nicht besuchen können. Der direkte Kontakt ist hier noch sehr wichtig: Sich persönlich treffen, kurz erzählen und die Produkte vor Ort zeigen funktioniert erstmal nicht mehr. Die Lage ist für alle schwierig.
Was sind die konkreten Auswirkungen?
Wir als Tochtergesellschaft haben zurzeit wenig Umsatz zu verzeichnen – ebenso die Kunden, das sind hier in Spanien hauptsächlich Farmacias und OrthopädieShops. Sie haben nur einige Stunden am Tag geöffnet. Viele können gar nicht arbeiten. Und leider retournieren auch etliche Kunden ihre Ware. Das ganze Land liegt still und wir blicken besorgt auf die kommenden Monate, denn es werden auch kaum Touristen kommen.
Eine schwierige Situation: Wie schüttelst du die Sorgen ab?
Ich lese sehr gerne, fahre Fahrrad, telefoniere mit der Familie, den Kollegen und Freunden. Mein Mann ist auch öfter zu Hause, da er im Moment nur vier Stunden in einem Supermarkt arbeitet. Und das Beste ist: Er kocht sehr leckeres Essen! Und ich backe nachmittags gerne Kuchen – das ist schon gefährlich, wenn man auf seine Bikinifigur achtet. (Sie lacht.)
Sehr schön, dass du deinen Humor nicht verlierst.
Manche Dinge sind schon wirklich verrückt. Die Restaurantbesitzer denken gerade darüber nach, ob wir bald wieder zu zweit Essen gehen dürfen – aber nur mit einer Glasscheibe auf dem Tisch. Wir haben wirklich überlegt, wie wir uns gegenseitig Wein einschenken und zusammen anstoßen sollen mit einer Glasscheibe vor uns. Manchmal muss man über solche Situationen einfach lachen.
Über Christina Casares
Cristina Casares hat vor 24 Jahren als Trainee bei Bauerfeind in Spanien begonnen und ist seitdem im Unternehmen tätig – aktuell als Mitarbeiterin Customer Service & Administration. Die Valencianerin ist Teil eines achtköpfigen Teams der Tochtergesellschaft Bauerfeind Ibérica, das im Mai voraussichtlich ein neues Bürogebäude im Zentrum von Valencia beziehen wird. Ihren Job macht Cristina mit Herzblut und hat für die Kollegen und Kunden stets einen netten Spruch auf den Lippen.