Der Sicherheitsexperte
Marcus Feustel, Deutschland

Jeder soll das Firmengelände so gesund verlassen, wie er es betreten hat. Das ist die Devise von Marcus Feustel. Damit das gewährleistet ist, beschäftigt sich der 36-Jährige mit einer Vielzahl an Arbeitsschutzthemen an den Standorten Zeulenroda, Gera und Remscheid. Wir geben einen Einblick in die Arbeit des Sicherheitsingenieurs, der am Schluss verrät, ob er auch privat ein Sicherheitsfreak ist.
Marcus, was sind deine Aufgaben bei Bauerfeind?
Eine große Bandbreite: Ich wähle persönliche Schutzausrüstung aus, erprobe sie und schätze sie ein. Also zum Beispiel, wenn jemand Arbeitsschutzschuhe oder -brillen benötigt. Die Themen Mutterschutz und Ergonomie am Arbeitsplatz liegen auf meinem Tisch. Auch Corona betrifft meine Aufgaben: Das Hygiene- und Infektionsschutzkonzept sowie die 3G-Richtlinie am Arbeitsplatz habe ich mitentwickelt. Außerdem überprüfe ich die Gefährdung an neuen Arbeitsplätzen. Aber auch an bestehenden, zum Beispiel, wenn es neue Werkzeuge oder neue Produkte gibt. Denn dann verändern sich meist auch die Arbeitsabläufe.
Wie beurteilst du, was gefährlich sein könnte?
Ich schaue mir die Arbeitsumgebung und den Arbeitsablauf an und spreche mit den Kollegen. Eventuelle Gefahren bewerte ich nach festgelegten Regeln in einer Gefährdungsbeurteilung und erstelle anschließend eine Betriebsanweisung. Prävention ist mein Hauptanliegen – es soll nichts passieren! Falls doch, schaue ich mir auch die Unfallstelle an und leite entsprechende Maßnahmen ab. Diese werden dann in einer Unfallverfolgung dokumentiert, um zu vermeiden, dass sich das Geschehene wiederholt.
Mit wem arbeitest du eng zusammen?
Grundsätzlich kann mich jeder Kollege stets zu Sicherheitsthemen ansprechen. In ständigem Austausch stehe ich mit unserem Brandschutzbeauftragten Stefan Knüpfer sowie dem Betriebsarzt. Gemeinsam führen wir regelmäßig Begehungen im Unternehmen durch. Die Vorgesetzten unterstützen meine Arbeit, indem Sie auf die Einhaltung von Schutzmaßnahmen wie das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung achten und unsichere Zustände direkt an mich melden. Deshalb können auch anspruchsvolle Themen konstruktiv gelöst werden. Meine Arbeit wird größtenteils als Unterstützung und weniger als Last gesehen.
Und mit welchen Institutionen bist du im Austausch?
Mit dem Gesundheitsamt, z.B. wenn es um Hygienekonzepte oder Quarantäneregelungen zum Thema Corona geht. Bei arbeitsbedingten Krankschreibungen oder Unfallmeldungen stehe ich mit der Berufsgenossenschaft (BG) im Austausch. Mit der Aufsichtsperson der BG arbeite ich eng zusammen, z.B. wenn es um die Messung von Grenzwerten oder Gefahrenstoffkonzentrationen an Arbeitsplätzen geht. Sie kontrolliert einerseits meine Arbeit, andererseits kann ich sie auch immer zu Rate ziehen.
Welche Eigenschaften sind für dich als Sicherheitsingenieur besonders wichtig?
Auf jeden Fall muss ich kommunikativ sein. Es gibt immer wieder Situationen, in denen ich Arbeitsschutz erklären muss. Denn nicht immer sind die Arbeitsweisen, die Sicherheit gewährleisten auch diejenigen, die am schnellsten oder einfachsten gehen. Ich brauche schon eine gewisse Durchsetzungskraft und teilweise auch ein dickes Fell. Aber meistens gelingt es mir kontroverse Situationen recht schnell zu entschärfen. Und natürlich muss ich gut analysieren können, um Risiken richtig abzuschätzen.
Siehst du dann privat auch alles unter einem Sicherheitsaspekt, zum Beispiel, wenn du unterwegs bist?
Dann fällt mir immer wieder auf, wie hoch unser Sicherheitsstandard bei Bauerfeind ist – und was zum Teil woanders falsch gemacht wird. Nur ein Beispiel: Ich war in einer Autowerkstatt. Dort standen ein Sani-Kasten und ein Feuerlöscher. Das Problem: Davor lagen stapelweise Reifen. Im Ernstfall wäre da niemand rangekommen. Da habe ich schon überlegt: Sage ich etwas, oder lasse ich es, denn eigentlich war ich ja nicht „im Dienst“. Dann habe ich aber doch einen Hinweis gegeben...
Und wie läuft das bei dir zu Hause?
Ich bin nicht der totale Sicherheitsfreak, der seine Kinder in Watte packt. Ich habe selbst ein Haus gebaut. Der gesunde Menschenverstand war natürlich immer dabei. Aber wenn ich zurückblicke, hätte ich vielleicht auch einiges anderes gemacht, wenn ich zu dieser Zeit schon bei Bauerfeind gearbeitet hätte. Hier lerne ich ja immer neues dazu und muss mich regelmäßig weiterbilden. Das prägt mich natürlich auch privat.
Über Marcus Feustel
Marcus Feustel ist gelernter Zerspanungsmechaniker und hat vor seiner Tätigkeit bei Bauerfeind in einem kleinen Unternehmen im Bereich Qualitätssicherung gearbeitet. Hier absolvierte er seine Aufstiegsweiterbildung zum Techniker und seine Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, bevor er 2020 als Sicherheitsingenieur bei Bauerfeind startete. Mit seiner Frau und drei Kindern wohnt der 36-Jährige in Greiz und werkelt dort gern an seinem Haus. Ruhe und Ausgleich findet er beim Angeln und beim Judo.