Mutter und Sohn nähen für Bauerfeind

Zwei Generationen – eine Leidenschaft

Wenn Brit und Maximilian Woosmann am Wochenende beim Abendessen zusammensitzen, wird durchaus mal gefachsimpelt: über Längsnähte, Nähmaschinen, Zuschnitt-Techniken und Maßanfertigung. Für Mutter und Sohn ganz normal, denn beide nähen für Bauerfeind. Hier stellen sie an Spezialnähmaschinen Bandagen, Orthesen und Kompressionsstrümpfe her.

Maximilian hat im Sommer 2020 seine zweijährige Lehre zum Textil- und Modenäher bei Bauerfeind in Zeulenroda begonnen. Das war für ihn naheliegend: „Mama näht viel zu Hause und ich habe ihr früher immer geholfen.“ Brit Woosmann ist gelernte Näherin. Sie arbeitete zuletzt jedoch für eine Reinigungsfirma, bevor ihr Sohn sie 2021 überzeugte, bei Bauerfeind in Gera zu starten. „Das Nähen habe ich nie ganz aufgegeben und bin auch ein bisschen ‚maschinenverrückt‘“, erklärt die 45-Jährige. Das Interesse am Nähen ist so groß, dass sich Brit Woosmann regelmäßig in den Unterlagen, die Maximilian aus der Berufsschule in Plauen mitbringt, beliest.

Während Brit vom Wohnort in Wetterzeube täglich eine halbe Stunde nach Gera pendelt, wohnt Maximilian mit zwei Kollegen in der Azubi-WG in Zeulenroda, und hat dadurch kürzere Wege. Durch die Bauerfeind-WG haben junge Menschen wie Max, die nicht aus dem nahen Umkreis kommen, die Chance, trotzdem ihre Ausbildung im Unternehmen zu absolvieren. 

„Durch die eigene Wohnung und die Arbeit bei Bauerfeind ist Max viel selbstständiger und offener geworden“, freut sich Brit Woosmann und zwinkert Maximilian zu, der ergänzt: „Ja, stimmt schon. Das kommt daher, weil in meiner Ausbildung viel Kontakt gefragt ist.“ Um neue Arbeitsschritte kennenzulernen, wechselt Maximilian regelmäßig den Bereich, ist auch mal in der Färberei oder im Bereich Maßanfertigung tätig – und lernt so viele neue Leute kennen. Ab und an kommt es auch vor, dass Maximilian ein Produkt auf dem Tisch hat, dass Mama Brit dann im nächsten Schritt in Gera bearbeitet. Das erzählen sich die beiden dann nach Feierabend.