Persönlich statt digital

Mike Schiffhauer, Remscheid

Im Bergischen Land zwischen Düsseldorf, Dortmund und Köln liegt die Bauerfeind-Betriebsstätte in Remscheid. 72 Kolleginnen und Kollegen stellen dort Kunststoff-, Kork- und Weichpolstereinlagen (TRIactive) her. Als Betriebsleiter hält Mike Schiffhauer am Standort alle Fäden in der Hand, managt seit Monaten die notwendigen Corona-Maßnahmen und packt regelmäßig selbst mit an. Eines fehlt ihm in seiner täglichen Arbeit aktuell am meisten: der persönliche Kontakt zu den Kollegen.

Schön, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben, Herr Schiffhauer!

Sehr gerne. Gerade erst habe ich eine Anfrage vom WDR-Fernsehen bekommen. Ich sollte privat in einem Beitrag zum Thema Wandern mitwirken – und habe abgelehnt. Ich wandere zwar gerne, aber so viel Aufmerksamkeit für meine Person ist eigentlich nicht so mein Ding. Den Kolleginnen und Kollegen bei Bauerfeind berichte ich aber gern aus Remscheid.

Sie waren erst einige Wochen Betriebsleiter, als Remscheid im Frühjahr 2020 eines der ersten Gebiete mit damals sehr hohen Inzidenzzahlen war – auch im Vergleich zu Zeulenroda und Gera. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Das war eine turbulente Zeit, in der sehr viel Organisation notwendig war. Zuerst haben wir die Hygieneregeln schnellstmöglich umgesetzt. Von April bis Juni hatten wir dann anteilig Kurzarbeit. Das kannten wir vorher nicht und mussten uns neu darauf einstellen. Den Sommer haben wir dann fast ohne Infektionen überstanden, bevor dann leider ab September auch einige Kollegen erkrankt sind.

Was bedeutet das für Sie als Betriebsleiter?

Einerseits trage ich Verantwortung dafür, dass wir weiter wie gewohnt lieferfähig bleiben. Wenn zum Beispiel in einer Abteilung mehrere Mitarbeiter in Quarantäne müssen, ist es eine Herausforderung, mit einer Minimalbesetzung dafür zu sorgen, dass die anderen Abteilungen nicht leerlaufen. Andererseits möchte ich da sein, ein offenes Ohr haben in dieser schwierigen Situation und vor allem auch motivieren.

Wie gelingt Ihnen das im Moment?

Ich gebe mein Bestes, aber es tut schon weh, dass ich nicht so viel persönlich mit den Kollegen in Kontakt treten kann – einfach durch die Fertigung gehen, sich unterhalten und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen, wenn etwas gut funktioniert hat. Diesen Kontakt gilt es im Moment zu minimieren. Und das ist schwierig, aber leider notwendig. Deshalb haben wir ein Ampelsystem in der Fertigung eingeführt.

Was regelt dieses Ampelsystem?

Es regelt die internen Corona-Regelungen je nach Infektionsgeschehen in der Stadt und natürlich am Standort. Auch in Zeulenroda und Gera wurde es schon übernommen. Wenn zusätzlich noch möglichst viele Kollegen die Test- und Impfangebote wahrnehmen, bin ich zuversichtlich, dass wir gut durch die nächsten Monate kommen.

Das sind wir auch und wünschen alles Gute!

Herzlichen Dank. Eine Sache möchte ich noch loswerden: Vielen Dank an das Team in Remscheid! Wir haben gemeinsam einiges getan, um die Situation bestmöglich zu bewältigen – und das werden wir auch weiterhin.

Über Mike Schiffhauer

Mike Schiffhauer absolvierte eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker, studierte anschließend Produktionstechnik und arbeitete viele Jahre bei einem Automobilzulieferer, bevor er 2016 als Fertigungsleiter bei Bauerfeind in Remscheid startete. Seit Anfang 2020 ist der 44-jährige Betriebsleiter am Standort und verantwortet neben der Fertigung auch die Bereiche Arbeitsvorbereitung, Personal und Controlling. In seiner Freizeit findet Mike Schiffhauer aktuell Ausgleich beim Joggen, Wandern, Fahrrad- und Motorradfahren und kocht fast täglich für seine Familie.