Die Post-Managerin

Sabine Weidhase, Deutschland

„Diese Woche habe ich keine Zeit, mein Keller steht voll. Die Kataloge müssen raus.“ Einen Interviewtermin bei Sabine Weidhase zu bekommen, ist kein leichtes Unterfangen. Seit vier Jahren arbeitet die 59-Jährige in der Poststelle in Zeulenroda. In Zeiten der Pandemie ist das Brief- und Paket-Aufkommen gestiegen und aufgrund von Kontaktbeschränkungen ändern sich Ablageorte. Sabine Weidhase kann das nicht schrecken. Unbeirrt managt sie die Post bei Bauerfeind.

Das ist, komme was wolle, immer gleich im Arbeitsablauf bei Sabine Weidhase: Zweimal am Tag fährt die 59-Jährige zum Postamt in die Innenstadt von Zeulenroda. Morgens, um die Eingangspost für Bauerfeind abzuholen. Am Nachmittag steht sie erneut in der Schalterhalle. Dann, um die Ausgangspost des Tages aufzugeben – seien es nun Kataloge und Geschäftsbriefe an Kunden, Lohnzettel für die Mitarbeiter oder Einschreiben nach Singapur.

Die sechs Stunden zwischen den beiden Postbesuchen sind so abwechslungsreich, dass Sabine Weidhase sagt: „Kein Tag ist wie der andere.“ Zwar sind ihre Aufgaben mit Posteingang, Postverteilung und Postausgang klar definiert. Doch womit sie sich an einem Tag mehr und am anderen Tag weniger lange beschäftigt, das ist nicht in Stein gemeißelt.

Gibt es sehr viel Eingangspost, dann dauert es schon länger, die Briefe den einzelnen Bereichen zuzuordnen, zumal Sabine Weidhase ausgewählte Post auch öffnet. Rechnungen sortiert sie zum Beispiel für die Buchhaltung vor. Krankenscheine gehen ganz schnell in die Personalabteilung. Wenn die agile Postfrau die Briefe und Pakete anschließend „nur“ auf den Etagen im Tower verteilen und einsammeln müsste, wäre die Aufgabe relativ einfach. Aber Sabine Weidhase muss bei Wind und Wetter mit ihrem Wagen auch „auf Tour“. Das heißt, sie klappert alle Bereiche auf dem weitläufigen Bauerfeind-Gelände ab, leert und füllt mehrere Postfächer bzw. Ablagestellen in der Produktion, im BIC, in der Umwinderei oder in der Technologie. Manchmal legt sie die Sendungen nahezu unbemerkt ab und wechselt kaum ein Wort mit den Leuten, die gerade telefonieren oder konzentriert auf ihre Bildschirme starren. Dann wiederum wird sie schon sehnsüchtig erwartet. „Hast Du an mich gedacht, Sabine?“, fragt eine Kollegin in Halle 1 und nimmt dankbar die Hausposthüllen in Empfang.

Manchmal sind es eben Kleinigkeiten, die Freude bereiten. Und manchmal sind es kleine Dinge, die ärgern. „Wenn ein Brief an Frau Müller oder Herrn Schmidt oder einfach an die `Firma Bauerfeind` adressiert ist, kann es schwierig werden“, berichtet Sabine Weidhase von ihrem „Ärger“, den sie nie so nennen würde. Sie ist lange genug bei Bauerfeind – seit 1994 in verschiedenen Bereichen – um immer Lösungen, in dem Fall die Adressaten, selbst zu finden. Oder sie fragt einfach. Das wiederum ist seit Corona nicht immer möglich, weil die Post (unter anderem für die Logistik) ohne persönlichen Kontakt abgegeben und eingesammelt wird. Da kommt zur rechten Zeit ein Gabelstapler um die Ecke gefahren. Die resolute Postfrau stoppt ihn und nach fünf Sekunden ist alles klar. „Danke, der Umschlag muss nach Gera“, sagt sie und zieht zufrieden weiter.

Falls Sie gern eine Kollegin oder einen Kollegen für dieses Format vorschlagen möchten, senden Sie Ihre Anregung einfach an kommunikation@bauerfeind.com.