Der Einlagen-Experte
Stephan Lange, Deutschland

Bei Stephan Lange dreht sich alles um das Thema Einlagen. Der 36-Jährige ist Mitarbeiter für technische Produktgestaltung in Remscheid und hier Experte für Materialthemen. Er sucht nach Lösungen für individuelle Kunden-Sonderanfertigungen, entwickelt die Materialzusammensetzung neuer Einlagen mit und ist Ansprechpartner für seine Kolleginnen und Kollegen in der Produktion, wenn eine neue Einlage „kaschiert“ oder „tiefgezogen“ werden soll. Eine Frage interessierte uns zuerst natürlich besonders…
Herr Lange, Sie beschäftigen sich jeden Tag mit Einlagen. Tragen Sie auch selbst welche?
Ja, ich habe einen Senk-Spreiz-Fuß. Da merke ich es in der Ferse, wenn ich viel laufe. Deshalb trage ich im Moment ErgoPad redux heel.
Das klingt, als wären Sie viel im Unternehmen unterwegs. Wie können wir uns Ihre Tätigkeit vorstellen?
Meine Haupttätigkeit sind Musterungen. Wenn Kunden Einlagen individuell gestalten lassen wollen, dann kommt diese Anforderungen über den Außendienst und das Produktmanagement zu mir. Es soll dann eine unserer Einlagen zum Beispiel etwas schaliger geformt sein, einen grünen, statt einen blauen Bezug oder einen festeren Kernaufbau bekommen. Ich schaue dann, ob sich diese Wünsche umsetzen lassen und die Einlage sich in einer Stückzahl von ein paar hunderten bis mehreren tausenden Exemplaren im Jahr produzieren lässt.
Das klingt nach einem verhältnismäßig hohen Aufwand für eine relativ geringe Stückzahl. Warum machen wir als Unternehmen das für die Kunden möglich?
Der Markt ist einfach sehr speziell und unsere Kunden haben eine ganz eigene Philosophie von ihrem Handwerk. Deshalb sind individuelle Einlagen sehr gefragt. Diese Wünsche auch bei kleineren Stückzahlen zu erfüllen, ist absolut üblich am Markt und Teil des Servicegedankens von Bauerfeind.
Wie gehen Sie vor, um diese Wünsche zu erfüllen?
Ich schaue, welche Materialien und welche Konturen zusammenkommen müssen und mit welchen Techniken die Einlage produziert werden kann. Und natürlich bin ich in allen weiteren Schritten zum Beispiel mit dem Controlling, dem VKI und der Arbeitsvorbereitung involviert, bis sie wirklich abgebucht werden kann. Diesen Prozess begleite ich auch, wenn eine neue Serieneinlage von Bauerfeind auf den Markt kommt, wie zuletzt zum Beispiel die TRIactive OA.
Woher wissen Sie, welches Material oder welche Technik am geeignetsten ist?
Ich glaube, das ist ein Stück weit Erfahrung, weil ich ja selbst als Orthopädieschuhmacher in einem Sanitätshaus gearbeitet habe. Außerdem schaue ich, wie Dinge bei anderen Einlagen umgesetzt wurden. Und teste im ersten Schritt auch einfach viel an den Produktionsanlagen – und das so früh wie möglich auch mit den Teams gemeinsam. Denn dann sehen wir, ob die Produktion in der Praxis wirklich funktioniert.
Worauf kommt es in Ihrem Job besonders an?
Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Aufgaben anderer. Ich versuche zu erfassen, was Kunden und Kollegen wollen, denke schnell um und überführe diese Wünsche in ein Produkt. Es kommt darauf an, sehr viele Informationen am Tag zu verarbeiten und auch in stressigeren Phasen ruhig zu bleiben.
Wodurch bekommen Sie Ausgleich in Ihrer Freizeit?
Ich gehe gern auf Reisen, fahre in diesem Jahr noch an die Ostsee. Und ich bin ein „Gamer“. Das klingt vielleicht komisch, aber ich spiele gerne Simulationsspiele wie zum Beispiel den Landwirtschaftssimulator. Das entspannt mich. Da kann ich Projekte auch nacheinander abarbeiten, so wie auf Arbeit – nur geht es im Spiel meistens ein wenig schneller. [lacht]
„Kleines ABC“ der Einlagenfertigung:
Über Stephan Lange
Stephan Lange hat 2007 seine Lehre zum Orthopädieschuhmacher abgeschlossen und anschließend in einem größeren Sanitätshaus gearbeitet, bevor er ab 2013 Technische Orthopädie in Münster studiert hat. Seit 2018 ist der 36-Jährige bei Bauerfeind in Remscheid als Mitarbeiter für technische Produktgestaltung angestellt.