Analysieren mit künstlicher Intelligenz
„Gesunder Menschenverstand ist immer gefragt“

Bei Antje Mark, Leiterin Market Intelligence, dreht sich im Job alles um Zahlen, Daten und Fakten. Sie trägt Informationen zu unseren Märkten und Kunden zusammen. In Nahtlos erklärt sie, wie ihr künstliche Intelligenz dabei hilft.
Antje, mit welchen Daten hast du es tagtäglich zu tun?
Das sind Daten verschiedenster Art, um Antworten auf folgende Fragen zu erhalten: Wie entwickelt sich der nationale Markt und wie die internationalen Märkte? Welche Entwicklungen gibt es bei Wettbewerbern und Kunden? Wie informieren sich Patienten über Gesundheitsthemen? Wie informieren sich Ärzte im beruflichen Kontext? Die Antworten auf diese Fragen helfen vielen Abteilungen, Entscheidungen zu treffen.
Woher bekommst du die Daten?
Wir nutzen verschiedene Datenquellen, häufig sind die Informationen öffentlich zugänglich. Wir kaufen aber auch Daten ein – oder wir erheben sie selbst. In Umfragen testen wir zum Beispiel, wie Menschen unsere Marke wahrnehmen oder ob geplante Marketing-Kampagnen so funktionieren wie erhofft.
Wie hilft dir KI?
Aktuell nutze ich KI zur Analyse von Texten und von offenen Antwortkategorien in Umfragen. Bei Unternehmensdokumenten werden die Texte natürlich immer anonymisiert, entsprechend unserer internen KI-Richtlinie. Grundlage für meine Arbeit sind häufig lange Studien oder Leitlinien mit vielen Textseiten. Durch Chat GPT lasse ich mir die wichtigsten Punkte herausarbeiten und eine kurze Zusammenfassung erstellen. So bekomme einen schnellen Überblick.
Wie hast du den Umgang mit KI gelernt?
Ganz klassisch: Learning by doing – wie immer bei neuen Dingen. Ich habe viel ausprobiert, Fehler gemacht, daraus gelernt, Schritt für Schritt eigene Routinen entwickelt und so nach und nach Sicherheit beim Einsatz von KI gewonnen. Um den Umgang mit KI zu erproben, habe ich mir eine praxisnahe Fragestellung gesucht. Mit einer Anfrage zur Schmerzlinderung nach einer Bänderzerrung im Sprunggelenk habe ich verschiedene KI-Tools getestet. Ziel war zu prüfen, ob die KI-Tools Hilfsmittel nennen, welche Quellen angegeben werden und ob wir als Hersteller in den Ergebnissen sichtbar sind. Meine Erkenntnis ist: Es liegt noch viel Arbeit vor uns, damit wir bei solchen Fragen Erwähnung finden – das ist höchst spannend.
Welche Tipps hast du für Kollegen?
Das A und O ist das Prompten. Es braucht eine klare Eingabeaufforderung. Ich beschränke häufig die Länge der Antwort. Oder bitte darum, mir die 10 wichtigsten Erkenntnisse auszuspielen. Bei medizinischen oder sehr komplexen Themen bitte ich anfangs auch, mir Inhalte in einfach verständlicher Sprache auszugeben. Bei Zusammenfassung von Studien überprüfe ich stichprobenartig Zahlen und Kontexte in der Originalquelle, denn die KI kann Fehler machen und Kontexte oder subtile Zusammenhänge manchmal nicht erfassen. Blind darauf verlassen darf man sich trotzdem nie – gesunder Menschenverstand ist immer gefragt.