Nachgefragt bei Karolin Volke und Friederike Schulz
Sports Compression Wear: von der Idee bis zur Markteinführung

Zum Start des Monats ist mit der Sports Compression Wear erstmals Kompressionsbekleidung von Bauerfeind auf den Markt gekommen. Wir haben bei Produktmanagerin Karolin Volke und Marketingmanagerin Friederike Schulz von Bauerfeind Sports nachgefragt, wie die neuen Produkte entwickelt wurden und was sie auszeichnet.
Wie entstand der Gedanke Kompressionsbekleidung für den Sport zu entwickeln?
Friederike: Sportlerinnen und Sportler melden uns seit langem den Wunsch nach Kompressionsbekleidung – insbesondere Leggings. Da lag es nahe, mit unserer Expertise im Rundstrickbereich ein Produkt zu entwickeln, das genau für diese Zielgruppe geeignet ist. Global ist vor allem die Nachfrage nach Kompressionshosen sehr hoch. Anfragen haben wir besonders aus dem amerikanischen und australischen Sportmarkt erhalten. Vor allem im Mannschaftssport ist es Standard, dass Leggings mit Kompression während der Belastung und in der Regeneration getragen werden.
Nachdem die Entscheidung gefallen ist: Wie seid Ihr vorgegangen vom Projektstart bis zur Entwicklung des ersten Musters?
Karolin: Wir haben den nationalen und internationalen Markt für Kompressionsbekleidung analysiert und Produkte von Wettbewerbern geprüft. Dann haben wir erarbeitet, was unsere Produkte können müssen und welche Materialien und Technologien den Kunden einen höheren Mehrwert bieten. Kompression ist das, was Bauerfeind ausmacht. Deswegen ist es unser Anspruch, beim Thema Bekleidung unsere Kompressionsqualität zu realisieren. Entwickelt wurden die Produkte zusammen mit unserem Partner in Italien. Dabei haben wir Experten aus unserem BIC mit einbezogen: Qualitätsüberprüfung von Material und Kompression durch das Team von Julia Fabrowsky und Gerti Stegmann bei allgemeinen Herausforderungen rund um das Produkt. Das Team von Jörg Mildner hat uns anschließend bei zahlreichen Trage- und Passformtests unterstützt.

Warum wurde die Compression Wear schließlich in Italien und nicht in Zeulenroda gestrickt?
Karolin:Um ein solches Produkt bei Bauerfeind zu entwickeln und zu produzieren, benötigt es neue Maschinentechnologien in der Produktion und im BIC, was hohe Investitionen und Zeit zum Knowhow-Aufbau benötigt. Wir haben deswegen einen Partner gesucht, der jahrelange Erfahrung und Kompetenz mit spezifischen Großzylindermaschinen hat. Italien, speziell die Lombardei, ist das Zentrum für Strickerei in Europa (ähnlich wie Zeulenroda früher in Deutschland). Genau wie bei unseren neuen Sports-Socks geben wir aber nicht unsere komplette Expertise an unseren Partner. Die Kolleginnen und Kollegen in Italien werden eher angeleitet, die Compression Wear so zu stricken, dass sie die gleichen hohen Ansprüche erfüllt, wie unsere in Zeulenroda gefertigten Produkte. Wir haben damit ein gemeinsames Verständnis unseres Qualitätsanspruchs geschaffen.
Wenn wir nun das fertige Produkt betrachten, was zeichnet die neue Compression Wear denn besonders aus?
Karolin: Wenn wir neue Produkte entwickeln, sind uns Innovationen besonders wichtig, die uns vom Wettbewerb abheben. Daher wollten wir neben den Kompressionszonen auch Zonen einarbeiten, die die Muskeln stimulieren und die Propriozeption fördern. Ein Effekt, den wir schon von unseren Bandagen kennen. So kam uns die Idee der 3D Power Dots, die im Bereich der Arm- und Beinmuskulatur durch ihre dreidimensionale Gestrick-Struktur die Muskeln stimulieren und so die Sensomotorik fördern können. Bei den Shirts haben wir im Bereich der Schulter,- Rücken, -und Brustmuskulatur die sogenannten 3D Power Dots Air eingesetzt, die trotz der dreidimensionalen Struktur noch genügend Atmungsaktivität gewährleisten. Ebenso wurde für einen hohen Tragekomfort im Bereich des Oberkörpers mit einem anderen Elasthan gearbeitet als bei den Armen, um nur eine moderatere Kompression zu erhalten. So haben wir an den Armen die volle Power und im Body-Bereich genügend Bewegungsfreiheit.
Friederike: Entwickelt haben wir keine Einzelstücke, sondern ein komplettes Portfolio. Es besteht aus kurzen und langen Tights sowie kurzen und langen Shirts für Damen und Herren, angepasst an die jeweilige Anatomie für eine optimale Passform und Kompression. Unsere Sports-Produkte sind zudem meist einer bestimmten Sportart zugeordnet. Die Sports Compression Wear positionieren wir allerdings übergreifend als völlig neue Produktkategorie. Sie ist nicht nur Bekleidung, sondern ein „Trainingstool“ mit physiologischer Funktion in jeder Sportart!
Zum Schluss noch die Frage, die besonderes unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessieren wird: Wann gibt es die Compression Wear im Personalverkauf?
Friederike: Die Sport Compression Shirts und Tights sind für Bauerfeind Sports ein völlig neuer Sortimentsbereich. Wir haben bereits eine sehr hohe Nachfrage aus unseren Fokusmärkten im DACH-Raum, Australien, Asien und den USA sowie unseren Online-Shops. Um diesen Nachfragen im ersten Schritt vollends gerecht zu werden, haben wir uns entschieden, den Personalverkauf im November zu starten. Wir werden dies nochmals intern kommunizieren. Die Chancen stehen also gut, dass die Produkte pünktlich unter dem Weihnachtsbaum liegen.