Nachgefragt bei Rainer Berthan

„Das ist ein langfristiges Bekenntnis“

Die Bauerfeind AG investiert am Standort in Zeulenroda bis 2028 rund 100 Millionen Euro. Neben der neuen Energiezentrale und dem erweiterten Logistikzentrum entstehen außerdem eine Produktionshalle, ein Rohwarenlager und ein „Community Center“, in dem auch das BIC (Bauerfeind Innovationscentrum) seinen Platz findet. Wir sprachen darüber mit Vorstandsvorsitzenden Rainer Berthan.

 

Welche Bedeutung haben diese Investitionen für die Zukunft von Bauerfeind? 

Das ist ein langfristiges Bekenntnis zu unserem Kerngeschäft, zum Standort Deutschland, zu Zeulenroda und insbesondere zu den Menschen hier. 

Mit Blick in die Bauerfeind-Historie: Wie ist dieses Investment da einzuordnen?  

Diese Investitionen sind ganz oben anzusiedeln: In Summe reden wir über das größte Investment in der Geschichte des Unternehmens Bauerfeind. 

Was bedeutet das für die Beschäftigten bei Bauerfeind? 

Unsere Standorterweiterung ist ein echtes Statement aus Beton: groß, sichtbar, beeindruckend in der Dimension. Aber eine Baustelle, so imposant sie auch ist, kommt und geht. Entscheidend ist, was danach folgt. In diesen Gebäuden wird entwickelt und produziert und genau daraus entstehen die eigentlichen Chancen für unser weiteres Wachstum. Denn die Produkte müssen in den Markt und verkauft werden. Sie müssen immer weitergedacht werden. Das heißt: Unsere Standorterweiterung steht nicht nur für ein Bauprojekt. Sie bedeutet, dass es im gesamten Unternehmen weiterhin eine Fülle von Aufgaben, darunter auch neue Aufgaben, geben wird. Für Bauerfeind und damit für alle Beschäftigten eröffnen sich dadurch sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten – für die, die heute schon bei uns sind, genauso wie für die, die künftig dazukommen. 

Welches Signal sendet das Unternehmen damit? 

Ich würde sagen, Vertrauen. Vertrauen in die Zukunft, in die Menschen, in die eigenen Fähigkeiten. Auch Selbstvertrauen. Es gibt schon noch andere Unternehmen, die nach wie vor in Deutschland investieren. Aber in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, da stechen wir auf jeden Fall sehr positiv hervor. Diese außerordentliche Entwicklung, diese großen Investitionen, dieses Vertrauen und auch der Mut, der da zum Ausdruck kommt, sind nicht weit verbreitet gerade. Alles, was wir hier bei Bauerfeind an Dynamik gerade erleben, ist nicht selbstverständlich, wenn wir uns mal so umsehen. Ich denke, das ist eine bemerkenswerte Situation, mit der wir auch verantwortungsbewusst umgehen werden!

Bis Frühjahr 2028 soll alles fertig sein. Wovor haben Sie am meisten Respekt als Bauherr?

Vor der Komplexität. Da laufen in den kommenden Monaten sehr viele Gewerke parallel, mit zahlreichen Schnittstellen. Das erfordert eine sehr präzise Planung und die Fähigkeit, Abläufe vorausschauend zu koordinieren. Entscheidend sind dann die richtigen Partner, die das Ganze zuverlässig und termingerecht umsetzen. Bisher funktioniert das bei uns gut, deshalb bin ich zuversichtlich. Natürlich wird es immer wieder Situationen geben, in denen nicht alles nach Plan läuft. Solche Projekte sind alles andere als Routine. Dann ist eben Flexibilität gefragt und wir müssen vielleicht improvisieren. Insgesamt sehe ich uns aber mit unseren Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Projektteams sowie mit unseren Partnern und Lieferanten dafür sehr gut aufgestellt.

Worauf freuen Sie sich am meisten bei diesen Bauprojekten? 

Naja, am Ende ganz klar auf die Eröffnung im Frühjahr 2028! Wenn wir dann alle sehen, was wir da geschaffen haben. Ich freue mich darauf, wenn wir das erste Mal komplett über das neue Areal laufen können, ohne Gummistiefel oder Helm. Und ein Jahr später feiern wir dann 100 Jahre Bauerfeind.