„Man muss permanent dranbleiben“

Alle Welt spricht von Materialknappheit und Lieferengpässen. Inwiefern betrifft das auch Bauerfeind? Die Antworten gibt Nico Teutsch, Leiter Zentraler Einkauf.

Es ist Euch auch bisher immer noch gelungen, die benötigten Materialien zu beschaffen – und somit signifikante Produktionsprobleme zu verhindern. Das ist in diesen Zeiten eine echt starke Leistung! Wie geht Ihr vor? Was hat sich dabei bewährt?

Man muss permanent dranbleiben und mehr als nur ein Ohr am Markt haben. In solchen Situationen sind auch Hartnäckigkeit und Schnelligkeit gefragt. Gerade auch bei der Beschaffung von Hygienematerial oder Impfstoff haben uns gute Geschäftsbeziehungen und Netzwerke und intensives Dranbleiben geholfen. Grundsätzlich versuchen wir aber, sehr vorausschauend zu handeln. Das heißt, wir versuchen rechtzeitig, unsere Bestände bei kritischen Materialien zu erhöhen – oder sehen uns nach Alternativen um. Die zu finden, das ist aufgrund unserer hohen Qualitätsanforderungen nicht leicht. Am Ende zahlt sich aber gerade bei Engpasssituationen eines ganz besonders aus: Dass wir mit unseren strategischen Lieferanten eine partnerschaftliche Zusammenarbeit pflegen und ein sehr gutes Vertrauensverhältnis besteht. Wir tauschen uns jetzt noch intensiver über die aktuelle Versorgungssituation aus. Wenn man dann seit Jahren schon immer verlässlich zusammenarbeitet – der eine liefert sicher, der andere bezahlt pünktlich – bewährt sich das dann auch in der Krise für beide Seiten.

Was ist gerade besonders knapp und betrifft Bauerfeind?

Wir spüren die angespannte Marktsituation sowohl ganz konkret bei Rohstoffen, die wir für die Herstellung unserer Produkte benötigen, als auch grundsätzlich bei der Logistik, also den Lieferketten. Besonders knapp sind Materialien im Bereich der Kunststoffe und es betrifft auch unsere Verpackungen.  

Woran liegt das?

Das sind in der Summe Effekte aus der Pandemie-Situation: Coronabedingt wurde weltweit weniger produziert und manche Dinge werden dann einfach knapp. Gleichzeitig stieg in den vergangenen Monaten die Nachfrage wieder, zum Beispiel nach Vormaterialien und Rohstoffen, vor allem auch aus dem asiatischen Raum. Erschwerend hinzu kommt, dass Logistikkapazitäten fehlen: In den Häfen wird nicht wie gewohnt gearbeitet, da stapeln sich Container. Es fehlen auch LKW-Fahrer.

Was hat das für Folgen?

Das hat, leider auch für Bauerfeind, zwei Folgen. Zum einen führt die Verknappung zu enormen Preiserhöhungen, zum Beispiel bei Kunststoffen und Metallen. Zum anderen warten wir aktuell auch sehr lange. So dauert es jetzt acht Monate bis die Verpackungen für unsere Produkte geliefert werden können und sechs Monate bis wir unsere Versandverpackungen bekommen.

Von welchen Lieferproblemen sind aktuell Bauerfeind-Mitarbeiter betroffen?

Die Kolleginnen und Kollegen merken das daran, dass es länger als gewohnt dauert, bis der neue Laptop oder Drucker kommt oder der Dienstwagen da ist. Aber wir versuchen hier immer Lösungen zu finden, sodass wir in jedem Fall arbeitsfähig sind!