„Sicher durch die nächsten Jahre“

Fünf Fragen an Vorstandsvorsitzenden Rainer Berthan

Herr Berthan, Ihr fünftes Jahr als Vorstandsvorsitzender der Bauerfeind AG geht zu Ende. Wie war es für Sie? 

Es gibt manche Jahre, die fühlen sich etwas schwerer an als andere – und das Jahr 2024 war so eines.

Warum?

Zum einen, weil es die Krise gab: Der Produktionsausfall im Sommer aufgrund der Dachsanierung hat uns außerordentlich gefordert. Zum anderen sind wir 2024 seit Langem notwenige Schritte gegangen: In unseren Tochtergesellschaften in den USA und in der Schweiz haben wir personelle und strukturelle Veränderungen vorgenommen. Wir stellen uns in China neu auf. Unsere Fußorthopädie wird künftig als Sparte eigenständig organisiert. Darüber hinaus gab es erfolgreiche Produkteinführungen wie VenoTrain curaflow mit Farbeffekten oder Spinova Mum. Außerdem waren wir bei diversen Großereignissen dabei, seien es die Olympischen Spiele in Paris oder die Branchenmesse OTWorld in Leipzig. Und wir haben mit dem 15. ZKOS erneut einen tollen Kongress in Zeulenroda auf die Beine gestellt. 

Wie lautet Ihr Fazit?

Wir haben das wieder sehr gut gemacht und mein Dank gilt an dieser Stelle allen Beschäftigten in Deutschland und der Welt! Die Zahlen stimmen: Wir legen 2024 das vierte Jahr in Folge ein bemerkenswertes Wachstum hin. Das hat uns aber auch sehr viel Kraft gekostet. Die Feiertage kommen gerade richtig, um die Akkus wieder aufzuladen. 

Was erwartet uns 2025?

Wenn ich auf 2025 vorausschaue, sehe ich eine Reihe von Herausforderungen: Wir werden die Internationalisierung weiter vorantreiben. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es in Deutschland und anderen Ländern weitere Zusammenschlüsse auf Kundenseite geben wird. Und ich erwarte in Deutschland eine Phase der politischen Prokrastination, in der wenig Wegweisendes entschieden wird. Nach den Wahlen könnte es einen Strukturwandel geben und die Frage lautet: Was müssen wir unternehmen, um sicher durch die nächsten zehn Jahre zu kommen und als Unternehmen weiter stark aufgestellt zu sein? Das beschäftigt mich am meisten.

Was wünschen Sie sich für 2025?

Dass wir unsere Projekte weiter voranbringen, weil wir mit ihnen viel bewegen können und weiter vorankommen! Dazu gehören vor allem unsere Bauvorhaben in Zeulenroda, damit wir unser Wachstum künftig leichter stemmen können. Außerdem wünsche ich uns nach wie vor die Fähigkeit zu erkennen, was politisch und wirtschaftlich vonstattengeht. Wenn wir diese Entwicklungen wie bisher im Blick behalten und für uns interpretieren, dann können wir dementsprechend unsere Pläne machen und erfolgreich umsetzen.