"Die Mission ist klar"

Nachgefragt bei Martin Hepper, Leiter Produktmanagement Fußorthopädie

Seit Juli 2023 leitet Martin Hepper das Produktmanagement für unsere Einlagen. Der Berliner ist ausgewiesener Spezialist in der Fußorthopädie und berichtet im Interview über seinen Blick auf diesen Produktbereich von Bauerfeind.

Herr Hepper, seit wann sind Sie in der Branche tätig?

Martin Hepper: In der Einlagen-Branche bin ich seit 25 Jahren und es ist auch kein Geheimnis, dass ich vom Wettbewerb aus Berlin komme.

Seit Juli 2023 leiten Sie das Produktmanagement für unsere Einlagen. Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?

Martin Hepper: Die Herausforderung. Bauerfeind war mit der Fußorthopädie mal Marktführer und ist es jetzt schon länger nicht mehr. Mit diesem Bereich auf die Erfolgsspur zurückkommen, diese Challenge finde ich gut.

Welche Rolle spielt dabei der Standort Remscheid?

Martin Hepper: Für mich ist es etwas ganz Besonderes zum Höhenweg 89 zu fahren, weil das der Standort ist, auf den wir früher geblickt haben. Daran haben wir uns gemessen. Da liegt die Historie. Da ist die Tradition der Fußorthopädie beheimatet. Remscheid ist heute immer noch die Einlagen-Hauptstadt Deutschlands. Für uns bei Bauerfeind spielt der Standort eine wichtige Rolle, hier fertigen wir die Hälfte des Portfolios, alle stützenden Einlagen. Das sind Einlagen, die über einen festen Kern verfügen. Ein Kompliment muss ich an dieser Stelle noch den Kolleginnen vom Verkaufsinnendienst machen. Sie haben mich richtig begeistert. Fast alle sind über 20 Jahre dabei. Sie wissen alles, sind total aufgeschlossen und positiv.

Ist der Service eine besondere Stärke von Bauerfeind?

Martin Hepper: Meiner Meinung nach ist Bauerfeind Serviceführer. Klar, wir haben bei den Einlagen auch Rückstände, wie jeder andere. Aber bei keinem anderen Hersteller ruft man morgens um 10 an und die Ware geht nachmittags raus. Das kann keiner im Einlagenbereich. Das Logistikzentrum ist einmalig.

Welche Stärken sehen Sie noch in dem Bereich?

Martin Hepper: In unserem Bereich haben wir die meisten Produkte, die im Management und in der Fertigung betreut werden müssen. Ich habe Hochachtung vor den Kolleginnen und Kollegen in der Produktion, die diese Vielfalt bearbeiten. Das ist außerdem noch echtes Handwerk, Manufaktur. Heutzutage ist das etwas sehr Wertvolles. Das gilt für Remscheid genauso wie für Zeulenroda.

Werden Einlagen grundsätzlich unterschätzt?

Martin Hepper: Die Einlage ist das am meisten verschriebene Hilfsmittel in Deutschland. Das zeigt ja schon, dass sie etwas bewirken muss. Es gibt zwei Punkte im Körper, von denen wir aus Muskelketten stark beeinflussen können: die Füße und der Kiefer. Von der Fußmuskulatur aus beeinflussen wir die aufsteigende Muskelkette und können damit für das Kind bis zum Schmerzpatienten das Leben verbessern. Und dennoch sind Einlagen kein Statusprodukt, weil sie in den Schuhen liegen. Sie werden nicht gesehen.

Wie können wir unsere Einlagensparte zukunftsfähig machen?

Martin Hepper: Indem wir in die Vielfalt unserer Einlagen mehr System bringen. Sanitätshäuser kaufen Sortimente, das gilt auch im Einlagenbereich. Deshalb arbeiten wir an einem neuen Portfolio, das ist die Zukunft. Ausgerichtet ist es an den Abrechnungsgruppen der Gesetzlichen Krankenkassen. Einen ersten Baustein davon stellen wir im Mai auf der OTWorld vor. Die Arbeit in unserem Team macht unheimlich viel Spaß. Wir haben einen guten Spirit und schauen gemeinsam nach vorn. Die Mission ist jeder und jedem klar: Die Fußorthopädie zu alter Stärke zurückführen.

Zur Person

Martin Hepper ist waschechter Berliner. Waschecht darf man sich übrigens seiner Aussage nach nennen, wenn die Eltern-Generation auch in Berlin geboren wurde. Neben seiner Arbeit war Martin Hepper in Berlin seelsorgerisch aktiv. Aus der Hauptstadt ist er mit seiner Familie im Sommer vergangenen Jahres nach Zeulenroda gezogen. Er ist praktizierender Christ, d.h. jeden Sonntag geht die Familie in den Gottesdienst nach Schleiz. Der 47-Jährige ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn.