Nachgefragt bei Rebecca Geupel
Über den Tellerrand schauen

Seit Februar dieses Jahres bündelt Bauerfeind seine kommunikativen Kräfte im Bereich Wundversorgung mit dem Greifswalder Start-up Coldplasmatech. Das innovative Unternehmen setzt kaltes Plasma zur Behandlung chronischer, schlecht heilender Wunden ein – mit einer Strahlkraft, die unsere Position im Markt stärkt. Mehr dazu berichtet Produktmanagerin Rebecca Geupel im Interview.
Warum ist das Thema der chronischen Wunden so wichtig für Bauerfeind?
Rebecca Geupel: Der Bedarf ist riesig: Laut Eurocom-Bericht wird die Zahl der Patienten mit chronischen Wunden in den nächsten fünf Jahren um rund 100.000 steigen. Am häufigsten sind chronische Wunden am Bein venös bedingt. Trotzdem wird die Kompression als Basistherapie – etwa beim Ulcus cruris venosum – in der Versorgung oft vernachlässigt. Moderne Wundauflagen sind vielen vertraut, die Bedeutung einer konsequenten Kompressionstherapie dagegen weniger. Mit Produkten wie VenoTrain ulcertec und VenoTrain impuls leisten wir hier einen wichtigen Beitrag. Ziel ist es, nicht allein über Produkte zu informieren, sondern die Therapie in einen modernen Kontext zu stellen und unsere Rolle als verlässlicher Partner für Ärzte und Fachhandel zu unterstreichen.
Warum ist die Kooperation mit dem Start-up Coldplasmatech dafür hilfreich?
Rebecca Geupel: Kaltplasma ist ein innovatives, viel diskutiertes Thema in der Wundversorgung – es sorgt für Aufmerksamkeit bei Ärzten, Fachhändlern und Patienten. Diese Strahlkraft nutzen wir, um in dem Zuge die Bedeutung der Kompression als Basistherapie zu betonen. Coldplasmatech bringt neue Impulse und erschließt zusätzliche Zielgruppen. So zum Beispiel Wundzentren, da die Therapie auch bei anderen Wundarten wie Verbrennungen oder arteriellen Wunden eingesetzt werden kann. Das stärkt unsere Position im Markt und unterstreicht unseren Anspruch, Patienten ganzheitlich zu versorgen.

Warum ergänzen sich Kompressions- und Kaltplasmatherapie so gut?
Rebecca Geupel: Die Kaltplasmatherapie wirkt direkt an der Wunde, indem sie die Heilung anregt und Keime reduziert. Sie ersetzt jedoch nicht die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, wie beispielsweise einer chronisch venösen Insuffizienz. Genau hier ergänzt sich beides ideal: Kaltplasma unterstützt die Wundheilung, und die anschließende Kompression sorgt für eine nachhaltige Therapie.
Wie sieht die Partnerschaft konkret aus?
Rebecca Geupel: Wir gehen gemeinsam in die Kommunikation, zum Beispiel auf Kongressen. Das testen wir jetzt erst mal für ein Jahr, mit der Option auf Verlängerung. Das Ziel ist definitiv eine langfristige Kooperation.
Wo wurde das bereits sichtbar?
Rebecca Geupel: Coldplasmatech war als Aussteller auf dem Phlebologie-Forum in Zeulenroda. Auf dem WundDACH-Kongress in Freiburg haben wir gemeinsam einen Workshop für Ärztinnen und Ärzte sowie weiteres Fachpersonal angeboten. Vor kurzem ist ein Podcast entstanden, der bald veröffentlicht wird. Und auch in der Sonderedition der Bauerfeind life war in diesem Jahr ein Beitrag über das Start-up und die innovative Therapie.

Coldplasmatech ist ein deutsches Medizintechnik-Unternehmen, das sich auf die Behandlung von chronischen und schlecht heilenden Wunden spezialisiert hat. Die Firma nutzt dafür sogenanntes „kaltes Plasma“ – ein spezieller, energiereicher Gaszustand, der Bakterien, Pilze und Viren abtötet, ohne das gesunde Gewebe zu schädigen. Dieses Plasma wird direkt auf die Wunde gebracht, um Infektionen zu bekämpfen und die Heilung zu fördern. Coldplasmatech entwickelt dafür eigene medizinische Geräte, die in Kliniken und Arztpraxen eingesetzt werden. Das Ziel ist, hartnäckige Wunden schneller und effektiver zu heilen.
Zur Person
Rebecca startete 2011 ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin, die sie 2014 mit dem Staatsexamen abschloss. Direkt im Anschluss erwarb sie unter anderem die Zusatzqualifikation “Manuelle Lymphdrainage und komplexe physikalische Entstauungstherapie”. Parallel zur Ausbildung absolvierte Rebecca ein Bachelorstudium im Gesundheitsmanagement. Nach Stationen als Physiotherapeutin in Kliniken für Orthopädie und Chirurgie sowie in der Leitung einer klinischen Patientenverwaltung wechselte sie 2019 zu Bauerfeind ins Produktmanagement Fußorthopädie. Seit 2022 ist sie im Bereich Phlebologie tätig und verantwortet die Produkte VenoTrain ulcertec, VenoTrain impuls und VenoTrain angioflow.