Digitalisierung und neue Strukturen
Fertigung in Zeulenroda 2022
Ein digitales System und neue Strukturen im Bandagen-Bereich sollen die Fertigung in den kommenden Jahren noch effektiver und zeitgemäßer gestalten. Neue Schichtzeiten sorgen für Schmunzeln.

Einführung eines MES-System
In der Fertigung in Zeulenroda wird schrittweise ein neues BDE-System (Betriebsdatenerfassung) eingeführt. Es bietet deutlich mehr Funktionen als die bisherige Version aus 2005 und ist ein Manufacturing Executive System (kurz: MES). Das heißt, eine ganzheitliche Lösung zur Auswertung und Steuerung der Produktionsabläufe. Daten zur Fertigung wurden bisher an statischen BDE-Terminals erfasst und konnten hauptsächlich über Excel erst am Folgetag ausgewertet werden. Nun ist durch das MES-Tool „SAP MII“ eine umfangreichere und deutlich genauere Datenerfassung möglich. „Dadurch können wir die Fertigung noch besser steuern und schneller Maßnahmen einleiten. Vor allem die Teamleiter werden davon profitieren“, erklärt Lars Eulitz, der das Projekt leitet. Ein Beispiel: „Wird an einer Maschine fehlerhaft produziert, erkennen wir das in Echtzeit. So kann weiterer Ausschuss vermieden werden.“ Möglich ist das durch deutlich mehr Geräte. Das sind einerseits neue Monitore, andererseits mobile Geräte im Handy-Format, die an jeden Arbeitsplatz mitgeführt werden können. Jeder Arbeitsgang wird darauf digital angezeigt. Zu sehen ist dort zum Beispiel der aktuelle Stand eines Auftrags sowie zugehörige Dokumente für die Bearbeitung.
Eingeführt wurde das System im Juni bereits in den Rundstrickbereichen. Bis Ende Dezember sollen alle geplanten Funktionen verfügbar sein. Dann werden auch prozessbegleitende Prüfungen, die bisher händisch bearbeitet wurden, digital über das Tool erfolgen. „Die neue Software-Lösung ist ein wichtiger Meilenstein hin zu einer digitalen Fertigung und wird im kommenden Jahr auf alle Produktionsbereiche in Zeulenroda und Gera ausgerollt“, so Lars Eulitz.
Neue Strukturen vereinfachen Fertigung
„In den kommenden Wochen werden wir die Neustrukturierung der Bandagen-Konfektionsteams abschließen, und zwar in Anlehnung an die Systematik von Produktmanagement nach Körperteilen“, so Marcel Sicheneder, Betriebsleiter Operations Zeulenroda. Das Team von Annett Baum (BK2) betreut dann Hand-, Fuß- und Ellenbogen-Bandagen, das Team von Yvette Hammerschmidt (BK4) Oberschenkel- und Knieprodukte, das Team von Beate Täubert (BK6) Rücken- und Schulterbandagen sowie das Team von Kerstin Gerold (BK7) b:joynz und Sport-Bandagen. „Durch die neue Systematik wird der Kontakt zwischen den Teamleitern, den Produktmanagern und den Produktentwicklern intensiviert.“
Neue Schichtzeiten
Die Einführung der 39-Stunden-Woche ab Dezember sorgt für neue Schichtzeiten und damit für Schmunzeln unter den Kolleginnen und Kollegen. Sie waren bisher „gerade“ Arbeitszeiten gewohnt und starten nun bei einen 2-Schicht-Rhythmus ab 5 Uhr in die Frühschicht, die bis 13:33 Uhr geht. Um diese Uhrzeit startet nahtlos die Spätschicht, die um 22:06 Uhr endet.