Ausbilderin Emily Hamp

Die Vorreiterin

Mit 21 Jahren ist Emily nicht viel älter als die meisten ihrer Azubis. Gerade deshalb weiß die Ausbilderin, was für sie besonders wichtig ist.

Als Emily 2021 ihre Ausbildung zur Textil- und Modenäherin bei Bauerfeind in Gera beginnt, ist vieles neu – für sie und für den 2019 gegründeten Standort. Denn damals hat Bauerfeind in Gera erst 120 Beschäftigte – heute sind es fast 300. Produziert wird damals ausschließlich im Gebäude im Gewerbepark Keplerstraße 35. Emily ist die erste Auszubildende in Gera. „Manche Abläufe mussten sich erst finden. Aber es war eine Aufbruchsstimmung. Ich habe viel Zuspruch bekommen“, erinnert sich Emily an die erste Zeit.

Emily Hamp zeigt Viet-Hung Dinh, Azubi zum Textil- und Modenäher im ersten Lehrjahr, wichtige Handgriffe an der Nähmaschine.

Die Ausbildung fällt ihr leicht – was nicht zuletzt daran liegt, dass die heute 21-Jährige bereits in ihrer Freizeit näht. „Mit zwölf habe ich meine erste Nähmaschine bekommen“, berichtet Emily. Das Hobby hat sie sich von ihrer Ur-Oma abgeschaut, die gelernte Schneiderin war. Emily näht Topflappen und Kosmetiktaschen, später auch Kleider, Taschen und Röcke.

Diese Erfahrung kommt gut an. Emily durchläuft verschiedene Arbeitsschritte und Bereiche: Nähen, Konfektionieren, Schweißen, Verpacken, Maß- und Serienfertigung. Dabei lässt sich die Seifartsdorferin stets mehr zeigen, als in den Lehrplänen steht.

Ihre Ausbildung schließt sie 2023 nach zwei Jahren mit „sehr gut“ ab. Anschließend meldet sie sich für ein Stipendium der IHK an, mit dem sie ihren Ausbilderschein finanzieren will. Emilys Motto: „Du musst etwas dafür tun, wenn du vorankommen willst.“ 

Und das macht sie: Bis sie im Mai 2024 mit ihrem Ausbilderschein beginnen kann, arbeitet Emily in der Maß-Fertigung von Kompressionsstrümpfen. Hier lernt sie zusätzlich Probearbeiter, Praktikanten und neue Beschäftigte an, denn sie will neben dem Handwerk auch diese Fähigkeiten erlernen. 2024 hat sie den Ausbilderschein „in der Tasche“ und sagt: „Ich hatte schon immer den Ansporn, mich weiterzuentwickeln. Und ich habe hier bei Bauerfeind meine Chancen gesehen.“ Und die bekommt Emily: Im Februar 2025 wird sie Ausbilderin für den Standort Gera – und ist die erste, die diesen Job in Vollzeit erledigen darf. Aus einem einzelnen Ausbildungsplatz ist eine professionelle Praxis geworden, in der Azubis gefördert und gefordert werden: „Wir wollen auf das Thema Ausbildung ein besonderes Augenmerk legen und die Azubis bestmöglich unterstützen“, betont Lars Eulitz, Betriebsleiter in Gera.

12 Textil- und Modenäher und Maschinen- und Anlagenführer betreut Emily disziplinarisch. In der fachlichen Führung wird sie unterstützt durch Textiltechnikerin Julia Ziegengeist.

Kreativ sein erlaubt: Diese Taschen haben die Azubis mit Emily in der Lehrwerkstatt (Hintergrund) genäht.

Gemeinsam gestalten beide im August eine Einführungswoche für die neuen Azubis. Emily nutzt die Freiheit, ihre Ideen einzubringen. Es gibt Einblicke in die Ausbildung, es werden gemeinsam Videos gedreht und eigene Azubiwappen zum Kennenlernen gestaltet.

Die Lehrwerkstatt gestaltet Emily nach ihren Vorstellungen um. Diesen geschützten Raum schätzt die 21-Jährige sehr, denn in ihrer Ausbildungszeit gab es ihn noch nicht. Hier kann sie mit den Azubis, Praktikanten und Quereinsteigern den Ablauf in der Produktion nachstellen und üben. Dabei möchte Emily „ihren“ Azubis vorleben, auf Menschen zuzugehen, weil sie selbst damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Und sie möchte ihnen Vertrauen schenken. Denn das spürt sie auch von ihrem Vorgesetzen Lars Eulitz und hilft ihr im Alltag sehr. 

Ihre wichtigste Botschaft an die Azubis ist: „Anstrengen lohnt sich!“ Denn bei Bauerfeind werden die meisten Azubis übernommen. Und sie haben die Chance, sich weiterzuentwickeln – so wie Emily.

Aktion „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“

Auch im kommenden Jahr werden u.a. Auszubildende als Textil- und Modenäher (m/w/d) in Gera gesucht. Das sind laut Emily Hamp die fünf wichtigsten Eigenschaften, die für die Ausbildung nützlich sind:

  • Motivation
  • handwerkliches Geschick
  • Lust mit den Händen etwas herzustellen
  • Kreativität und Ideen
  • mitdenken und fragen

Bewerbungen für den Ausbildungsstart in 2026 werden auch jetzt schon angenommen und Empfehlungen im Programm „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ berücksichtigt.

Aktuelles zu den Ausbildungsberufen finden Sie hier.