Bau Energiezentrale in Zeulenroda

„Wir sind voll im Zeitplan“

Auf der Baustelle der neuen Energiezentrale in Zeulenroda geht es sichtbar voran: Kräne drehen sich, Strukturen wachsen – und mit jedem Schritt wird die Bedeutung des Projekts deutlicher. Viele Kolleginnen und Kollegen verfolgen den Bau mit großem Interesse. David Eichhorn, Abteilungsleiter Infrastruktur und Facilitymanagement, gibt Einblicke in den aktuellen Stand und die nächsten Schritte. 

Wie ist der aktuelle Baufortschritt und welche wichtigen Meilensteine wurden bereits erreicht?

„Wir sind aktuell voll im Terminplan und deshalb sehr positiv gestimmt, dass wir im nächsten Jahr eine funktionierende Anlage haben werden. Meilensteine haben wir geschafft, indem wir die Bodenplatte fertig gegossen haben. Die Halle steht schon fest. Es stehen aber noch umfangreiche Umbaumaßnahmen bevor, um die Energiezentrale an die bestehenden Gebäude anzubinden.“ 

Was steht als nächstes an?

„Als nächstes errichten wir die Medientrasse, die die Energiezentrale und die Bestandsgebäude mit Warm- und Kaltwasserleitungen verbindet. Wir werden auch in den Bestandsgebäuden selbst die ersten Baumaßnahmen umsetzen. Parallel dazu folgt der Innenausbau der Energiezentrale. Sie versorgt den Standort mit zwei zentralen Medien. Das sind einerseits neue Trafo-Anlagen, um die Stromversorgung am Standort auszubauen. Andererseits verbauen wir moderne Wärmepumpentechnik, die es ermöglicht, Synergien bei der Herstellung von Kalt- und Warmwasser zu nutzen. Diese Technik schafft ein erhebliches Einsparpotential bei der Gasnutzung und macht uns gleichzeitig ein Stück weit unabhängiger von fossilen Energieträgern.“

Was sind die größten Herausforderungen beim Bau der Energiezentrale?

„Das Bauen im Bestand ist trotz guter Vorbereitung immer die größte Herausforderung: Wie detailliert sind die Unterlagen der Bestandsgebäude? Wurden vorherige Umbauten in die Unterlagen aufgenommen? Wenn man ins Detail der Planung geht, kann es auch dazu kommen, dass eine vorher geplante Baumaßnahme nicht umsetzbar ist. In diesem Fall müssen Alternativen herausgearbeitet werden und das ist unsere größte Herausforderung. In der Planung für die Bestandsanbindung treffen wir immer mal wieder auf kleinere Kollisionen, z.B. unterschiedliche Angaben zur Statik in den Plänen, wo wir umplanen müssen, um die Baubarkeit herzustellen.“

Gibt es besondere technische oder nachhaltige Aspekte der Energiezentrale, die hervorzuheben sind?

„Ein besonders nachhaltiger Aspekt ist, dass wir die unglaubliche Kälteleistung, die wir am ganzen Standort für Rechentechnik und für die Fertigung benötigen, jetzt auch effizient verwenden und nicht nur in die Luft pusten. Wenn man Kälte erzeugt, entsteht Wärme als Abfallprodukt. Im Moment führen wir diese über die Luft ab. Mit der neuen Technik führen wir die Wärme dem Wasser zu. Durch größere Speichertechnik und höhere Volumenströme in den Leitungen haben wir die Möglichkeit diese Wärme bei uns am Standort effizient zu verwerten. Durch moderne KI-Technologie können wir außerdem genauer vorhersehen, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten wir wieviel Energie benötigen und so die Effizienz steigern.“