Das sind unsere digitalen Themen der Zukunft
Digital bash 2022

Dass die Digitalisierung nicht nur die Arbeit erleichtern, sondern auch richtig Spaß machen kann, bewiesen die Organisatoren des „Digital bash“. Ein Expertenteam um IT-Leiter Thomas Wachsmuth informierte am 22. November mehr als 100 Führungskräfte im Bio-Seehotel Zeulenroda zu den digitalen Projekten der Zukunft. Neue Technologien sollen den Arbeitsalltag vereinfachen, Wachstum ermöglichen und lange Prozesse verkürzen. Die größten Entwicklungsfelder haben wir hier noch einmal für Sie zusammengefasst:
SAP Fiori
Diese Oberflächentechnologie ermöglicht eine einfachere Bedienung des zum Teil wenig intuitiven SAP-Systems. Genutzt wird SAP Fiori bereits für die Zeitwirtschaft. In der Fiori-App auf dem iPhone können Abwesenheiten einfacher geplant werden als über das SAP-basierte Intranet. Etwa 15.000 Anwendungsmöglichkeiten gibt es insgesamt – und das „mit viel Potenzial“, wie Experte Frank Lotthardt, Leiter Business Intelligence & SAP FI/CO, erklärte. Geprüft wird, welche für Bauerfeind relevant sind, um Arbeitsabläufe zu erleichtern.
Robotic Process Automation
Robotic Process Automation (RPA) ermöglicht es, menschliche Arbeiten nachzuahmen. So können zum Beispiel sich stetig wiederholende, digitale Prozesse automatisiert werden. Getestet wurde RPA bereits in der Buchhaltung. Auf der Leinwand zeigte Frank Lotthardt mit einer Bildschirmaufnahme, wie ein Softwareroboter eine Retourengutschrift bearbeitet. Auch im Einkauf könne man sich das System vorstellen, zum Beispiel, um Preislisten von Lieferanten herunterzuladen und einzupflegen. Damit sich RPA bei Bauerfeind auch kostenseitig rechnet, wird aktuell noch an weiteren Anwendungsmöglichkeiten getüftelt.

Digital Innovation Lab
Das Digital Innovation Lab besteht aktuell aus sechs Kollegen mit unterschiedlichen IT-Kompetenzen und Erfahrungen und ist laut Mitglied Lutz Schneider ein Team, das das fast unmögliche Denken zulässt. Seit Anfang 2022 entwickeln die Kollegen Prototypen und testen neue Technologien. Ein aktuelles Projekt: Durch Corona hat sich die Freigabe von Telearbeitsanträgen deutlich erhöht. Von März 2020 bis September 2021 sind insgesamt 38.000 Telearbeitsanträge eingegangen. Abgelehnt wurden davon lediglich 283. Genehmigen müssen Führungskräfte jeden Antrag einzeln. Damit nicht wie bisher insgesamt 29 Arbeitstage pro Jahr dafür verwendet werden müssen, wird aktuell ein Prototyp getestet, der vorabprüft. So könnte die Freigabe nur noch bei kritischen Anträgen nötig werden, z.B. bei Zeitbuchungen am Wochenende – nur eines von vielen Projekten, denen sich das Digital Innovation Lab annimmt.
User Experience
Die User Experience (UX) beschreibt das Erlebnis beim Nutzen von digitalen Anwendungen. Das soll für Beschäftige von Bauerfeind möglichst angenehm, einfach und zugleich sicher sein. In diesem Sinne werden ab sofort neben Apple iPhones nun auch Android-Mobilgeräte (Samsung) angeboten. Zudem gibt es neben Windows-Rechnern von Lenovo nun auch MacBooks von Apple. Die Geräte können im regelmäßigen Gerätetausch gewählt werden – vorausgesetzt sie besitzen die für die jeweilige Tätigkeit sinnvollen Applikationen. Damit die Sicherheit gewährleistet ist, wird bei jedem Passwort wöchentlich überprüft, ob es gehackt wurde. Für kritische Dienste ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung vorgeschrieben. Für alle SAP-Systeme wird jedoch ein Single-Sign-on-Verfahren angewendet. So muss sich der Benutzer nur einmalig mit Passwort authentifizieren und kann danach automatisch auf alle SAP-Systeme zugreifen.
Künstliche Intelligenz
Was künstliche Intelligenz (KI) bei Bauerfeind leisten kann, lässt sich am besten an einem Beispiel erklären. Als sich der Absatz von VenoTrain curaflow stark erhöhte, meldeten sich so viele Sanitätsfachhändler, dass die Kolleginnen und Kollegen im Verkaufsinnendienst (VKI) Aufträge mitsamt der Maße nicht zeitnah aufnehmen konnten. Durch einen Algorithmus werden die Maßblätter nun automatisch erkannt. Dadurch wird nur noch die Hälfte der Zeit für einen Auftrag benötigt. Im Gegensatz zum klassischen Programmieren eines Algorithmus geht es bei KI darum, dass dieser mit möglichst vielen Daten gespeist wird. Dadurch wird er immer intelligenter und trifft so die richtigen Entscheidungen. KI ist also eine echte Problemlöserin und könnte zum Beispiel auch im Bereich Qualitätssicherung angewendet werden.
Customer-Relationship-Management (CRM)
„Für uns ist CRM eine Philosophie, eine Strategie – nicht nur ein System“, bekräftigt Thomas Wachsmuth. Bauerfeind stellt mit Hilfe des CRM konsequent den Kunden in den Mittelpunkt. Das heißt: „Wir wissen möglichst viel über unsere Kunden und setzen unser Wissen zielführend ein. Egal auf welchem Kanal er uns kontaktiert, er bekommt, was er möchte.“ Das geht über personalisierte Ansprache, konsequente Digitalisierung, Marketingautomation und moderne Oberflächen. Damit sich dies noch besser umsetzen lässt, soll 2023 ein neues CRM-System implementiert werden, in dem möglichst viele gewohnte Prozesse erhalten bleiben.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Digitalisierung ist ein für alle Unternehmensbereiche wichtiges Themenfeld und kann nur gemeinsam vorangetrieben werden. Aus diesem Grund benennen alle Bereichsleiter Ansprechpartner, die zukünftig beim Thema Digitalisierung mitdenken und Kolleginnen und Kollegen aus den jeweiligen Bereichen einbeziehen werden.
Weitere Informationen zur Digitalisierung bei Bauerfeind gibt es regelmäßig in einem Blog, den die Kollegen des Digital Innovation Labs eingerichtet haben. Dort wird über Fortschritte und Erfolge berichtet.