Zentrallogistik: neue Gebäude, neue Technologien
Bauerfeind investiert 30 Millionen Euro


„Unsere Investitionen hier in Zeulenroda sind ein klares Zeichen des Vertrauens – in den Standort, vor allem aber auch in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Vorstandsvorsitzender Rainer Berthan beim offiziellen Spatenstich zur Erweiterung der Zentrallogistik im November. Bauerfeind investiert insgesamt 30 Millionen Euro.
Zunächst entsteht hinter der bestehenden Zentrallogistik ein zweiteiliger Neubau, der den Betrieb Ende 2027 aufnehmen wird. Anschließend folgt der Zusammenschluss von alt und neu sowie eine Reorganisation der Bestandslogistik – bei laufendem Betrieb aller Anlagen. Läuft alles nach Plan, dann soll bis Frühsommer 2029 die Erweiterung der Zentrallogistik in Zeulenroda abgeschlossen sein.
Die Technologie
Beim Neubau handelt es sich um zwei Gebäude: ein Shuttle-Lager (der hohe Bau) und ein Vorzonengebäude (der niedrige Bau). Im 740 Quadratmeter großen Shuttle-Lager können rund 48.000 Behälter gelagert werden. Es handelt sich um einen Regalstahlbau mit drei Gassen, der unserem aktuellen automatischen Kleinteilelager (AKL) mit 38.000 Plätzen ähnelt – aber nur auf den ersten Blick. Im Vergleich zum AKL fahren im Shuttle-Lager nicht sechs große Masten auf Schienen vor und zurück und lagern Kisten ein und aus, sondern mehr als 100 Shuttle-Fahrzeuge. Diese sehen aus wie kleine Rasenroboter und fahren parallel übereinander. „Dadurch sind wir viel schneller und flexibler“, erklärt Leiter Logistik Julian Musiol, der auch an der Spitze des Projekts zur Erweiterung der Zentrallogistik steht.
Im Vorzonengebäude wird es auf 1.200 Quadratmetern Fläche zwölf Kommissionier-Arbeitsplätze geben. Gearbeitet wird auf zwei Ebenen. Zusätzlich wird ein vollautomatischer Verpack-Automat integriert, der helfen soll, die entstehende Menge an Paketen zu verpacken. Warenausgänge über drei Ladebrücken für Paketdienstleister sind angeschlossen. Behälter, die im Shuttlelager ein- oder ausgelagert werden, werden über einen Spiralförderer nach oben bzw. unten befördert. Diesen kann man sich vorstellen, wie eine Wasserrutsche, deren Förderband kreisförmig geschlängelt ist.
Insgesamt wird es über einen Kilometer neue Fördertechnik geben, die das bestehende Gebäude mit dem Neubau verbindet. Im bestehenden Gebäude wird es einen neuen Wareneingang und vier neue Arbeitsplätze im Bereich Großpacken geben. Sobald der Neubau sowie der Umbau und die Anbindung des Bestandsgebäudes bei laufendem Betrieb abgeschlossen sind, soll im letzten Schritt das manuelle Palettenlager neu organisiert werden.

Ein Multi-Projekt
„Dieses Projekt ist komplex. Es ist Bau-, Logistik- und IT-Projekt zugleich. Deshalb gehen wir bewusst Schritt für Schritt vor und benötigen die tatkräftige Unterstützung aller Kolleginnen und Kollegen in der Logistik und am Projekt beteiligten Abteilungen“, sagt Julian Musiol.
Mehr als drei Jahre hat das Projektteam mit mehreren Logistikplanern viele Varianten und Ausprägungen durchgespielt. Um sicherzustellen, dass in der Realität alles so funktioniert, wie geplant, haben die Kolleginnen und Kollegen das Vorhaben mithilfe einer Software simuliert. Diese zeigt: Durch die neuen Technologien ist es möglich, dass Bauerfeind auch in Zukunft schnell und zuverlässig Kunden in aller Welt beliefern kann – weiter steigende Nachfrage mit eingerechnet.