Blick hinter den Bauzaun
Experten entwickeln IT für die erweiterte Zentrallogistik

Kräne, Bauzäune und Bauarbeiter in gelben Westen machen das Baugeschehen rund um die Erweiterung der Zentrallogistik in Zeulenroda sichtbar. Der unsichtbare Teil des Projekts ist mindestens ebenso wichtig: Es entsteht eine hochmoderne IT-Landschaft. Wirtschaftsingenieur Jonas Döring aus der Logistik und Wirtschaftsinformatiker Daniel Seidel aus der IT-Abteilung erklären, wie das bei laufendem Betrieb funktionieren kann.
Welche Rolle nimmt das Teilprojekt IT im gesamten Projekt zur Erweiterung der Zentrallogistik ein?
Jonas: Schon eine zentrale Rolle: Ohne IT haben wir nur Gebäude – ohne sie läuft heute nichts. Wir analysieren bereits seit Anfang 2025 Prozesse, definieren neue und bereiten die technische Umsetzung vor.
Was verändert sich konkret für die IT-Landschaft in der Logistik?
Jonas: Wir werden einen Verpackungsautomaten bekommen, der völlig neu für uns ist und angebunden werden muss. Ein neues Shuttle-Lager. Neue Kommissionier-Plätze. Alles muss neu gedacht werden. Das verändert die Prozesse fast komplett: Wie lagern wir aus? Wie lagern wir ein? Wo verpacken wir? Und so weiter.
Daniel: All das hat Auswirkungen auf die Systeme. Außerdem entstehen zum Beispiel neue Arbeitsplätze, die mit Technik und Netzwerk ausgestattet werden müssen. Einerseits müssen wir systemisch alles umstellen, andererseits müssen auch neue Kabel verlegt werden. Beides gehört dazu.
Ihr arbeitet sehr eng zusammen: Wer macht was?
Jonas: Ich kümmere mich vor allem darum, wie der Prozess am Ende ablaufen soll und welche IT-Technologien wir nutzen sollten. Ich habe das große Ganze im Blick und teste Neues im Produktivsystem.
Daniel: Meine Aufgabe ist es, diese Prozesse im System einzustellen. Jonas fragt mich dann manchmal: „Daniel, ich will das und das…wie kann man das im System umsetzen?“ Und ich überlege mir das dann. Außerdem koordiniere ich die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister und „übersetze“, wie wir uns die Arbeit künftig vorstellen.
Welche Meilensteine habt ihr in den vergangenen Monaten bereits erreicht?
Jonas: Wir haben das alte SAP/ERP-System im Mai erstmal mal auf den aktuellen Stand gebracht, sodass wir über die nächsten Jahre ohne größeres Update hinkommen. Damit haben wir die Grundlage geschaffen, um überhaupt weiter entwickeln zu können.
Daniel: Und was ebenso wichtig war: Wir haben Arbeitsweisen etabliert, wie der Projektalltag aussieht und definiert, wie wir den Übergang zwischen Alt und Neu schaffen wollen.
Was ist eure größte Herausforderung im Projekt?
Daniel: Wir operieren quasi am offenen Herzen – also am Produktivsystem, durch das unsere Logistik tagtäglich am Laufen gehalten wird. Wir gehen wöchentlich mit Tests rein. Dafür nutzen wir die Pausen, um möglichst wenig zu stören. Das Schlimmste wäre, wenn die Kollegen aus der Pause kommen und nichts funktioniert mehr.
Jonas: Deshalb testen wir in kleinen IT-Paketen: Falls ein Fehler auftritt, wissen wir so genauer, wo wir hinschauen müssen. Der komplexeste Teil wird das Zusammenspiel zwischen alt und neu sein. Das kann man sich vorstellen, wie wenn man von der Rennstrecke auf eine Landstraße fährt – ganz andere Geschwindigkeiten und Taktungen. Das müssen wir in Einklang bringen.
Wenn ich das alles höre, frage ich mich: Wie gut schlaft ihr zwei?
Daniel: [lacht] Ach…eigentlich ganz gut.
Jonas: Ich eigentlich auch. Wir haben kompetente Partner und Fachexperten in unseren jeweiligen Teams, die uns unterstützen.
Was steht für euch als nächstes an?
Jonas: Jetzt entwickeln wir die Prozesse für das neue Shuttle-Lager und die neuen Kommissionier-Arbeitsplätze. Plan ist, dass wir 2027 erste Tests auf der neuen Anlage machen. Vorab werden wir die Prozesse bereits in Testsystemen und mit einem 3D-Modell simulieren.

Über Jonas Döring
Jonas Döring (36) arbeitet seit 2018 bei Bauerfeind, ist gelernter Wirtschaftsingenieur und gestaltet als Teilprojektleiter IT die IT-Prozesse im Projekt Logistikerweiterung. In seiner Freizeit renoviert er sein Haus, fährt gern Fahrrad oder geht im Hochgebirge wandern. Seinen Ausgleich findet er am liebsten draußen in der Natur.
Über Daniel Seidel
Daniel Seidel (33) arbeitet seit Mai 2025 in der IT-Abteilung. Der gelernte Wirtschaftsinformatiker kümmert sich um die systemische Umsetzung des Projekts. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Erfurt. Seine Freizeit verbringt er mit seinen zwei Kindern und dem Laufen – zuletzt absolvierte er einen Halbmarathon.