Von 0 auf 52 Prozent

Erneut ein Stammzellenspender bei Bauerfeind

Unglaublich, aber wahr: Nach Andre Schneider aus dem Logistikzentrum, über den wir im Sommer berichteten, spendete im Juli nun ein weiterer Mitarbeiter Stammzellen. Produktionsmechaniker Pascal Kugland gibt seinem Empfänger Hoffnung, denn dessen Überlebenschance ist gestiegen: von 0 auf 52 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit infrage zu kommen, liegt bei unter einem Prozent – umso erstaunlicher, dass gleich zwei Kollegen weiterhelfen konnten. Pascal Kugland hatte sich bei seiner Typisierung vor etwa sieben Jahren im Waikiki in Zeulenroda nicht ausgemalt, dass er einmal spenden würde. Sein Vater wollte sich bei einer Aktion der DSD (Deutsche Stammzellenspenderdatei) anmelden, Pascal tat es ihm gleich: „Eher ein Zufall“, wie er sagt. Zuerst war der 29-Jährige unsicher, weil sein Kreislauf beim normalen Blutabnehmen manchmal schlappmacht. „Aber ich habe mich umfassend informiert und konnte so einige Unsicherheiten bereinigen. Außerdem standen meine Familie und Freunde hinter mir“, erzählt der Niederböhmersdorfer.

Und so begann er vier Tage vor seinem Termin damit, sich Medikamente zu spritzen, um seine Stammzellen zu vermehren. Anschließend fuhr er nach Dessau-Rosslau an den Sitz der DSD, einer von 26 deutschen Spenderdateien, deren Daten im zentralen Knochenmarkregister gesammelt werden. Zwei Tage waren eingeplant, Pascal schaffte die Entnahme über das Blut in knapp sechs Stunden. Danach war er zwar „total erledigt“, konnte sich jedoch im bereitgestellten Hotelzimmer ausschlafen. Unterstützung bekam er auch intern: Er erhielt vier Tage frei und Bauerfeind übernahm den Lohnausgleich.

Nach der Spende verfasste Pascal Kugland einen Brief – an den Mann, der nun hoffentlich durch seine Unterstützung weiterleben darf. Eine Antwort hat er noch nicht erhalten. Dennoch wünscht er sich, dass er in 4 bis 5 Monaten positive Neuigkeiten bekommt. Dann kann es auch sein, dass er für eine weitere Spende für den Schweizer angefragt wird. Natürlich würde er wieder nach Dessau-Rosslau fahren.

Genauso wie sein Kollege Andre Schneider möchte er auf das Thema aufmerksam machen: „Ich würde empfehlen, sich zu registrieren. Für mich war die Spende nicht ganz einfach, aber im Vergleich zu dem, was Erkrankte erleiden müssen, ist es ein kleiner Eingriff.“

Sie sind zwischen 16 und 45 Jahre alt? Dann holen Sie sich Ihre Wattestäbchen. Bauerfeind ist seit 2018 Typisierungsstandort. Sets mit den Wattestäbchen zur Typisierung sind in der Personalabteilung erhältlich. Ansprechpartnerin: Ulrike Müller, Tel.: 036628 661322.