Bienen im Winterquartier

Wo verbringen unsere Bauerfeind-Bienen eigentlich den Winter? Imker Tino Ebert hat die Insekten Anfang November gut in das Winterquartier an seinem Firmensitz in Hirschfeld überführt und dort alles vorbereitet, damit die Bienen überwintern können. Um den kalten Temperaturen standzuhalten, wenden diese ganz besondere Strategien an.

Die Bienen bilden im Stock eine Traube, in der sie sich gegenseitig wärmen. Dabei sitzt die Königin in der Mitte und alle Bienen versammeln sich um sie herum. Die Bienen an der Außenseite der Traube werden regelmäßig von weiter in der Mitte sitzenden Tieren abgelöst. Um genügend Wärme zu erzeugen, bewegen sie ihre Flugmuskulatur. So pendelt sich die Temperatur im Bienenstock zwischen 20 und 30 Grad Celsius ein. Nur bei Temperaturen über 12 Grad Celsius begeben sich die Bienen auf einen Reinigungsflug, um den Stock sauber zu halten. Ihren Stoffwechsel reduzieren die Insekten auf ein Minimum, sodass sie mit den eingelagerten Futterreserven überleben können. Das Futter wird von den Bienen nahe der Waben aufgenommen und an die restlichen Bienen im Stock weitergegeben. Auch, wenn die Bienen sich im Winter recht gut selbst versorgen, ist eine Kontrolle des Bienenstocks notwendig: „Dabei befreie ich zum Beispiel die Fluglöcher von Schnee, der davor festgefroren ist“, erklärt Tino Ebert.

Winterbienen und Sommerbienen – der Unterschied

Grundsätzlich wird zwischen Sommerbienen und Winterbienen unterschieden. Sommerbienen schlüpfen im Frühjahr bis Spätsommer. Sie sind für die Honigproduktion, die Stockpflege und die Betreuung der Larven und der Königin zuständig und werden somit auch als Arbeitsbienen bezeichnet. Sommerbienen haben also viel zu tun, sind dadurch „gestresster“ und werden nur etwa fünf Wochen alt. Winterbienen schlüpfen ab Oktober und werden teilweise bis zu neun Monate alt – sie müssen den ganzen Winter überleben.