Blick hinter den Bauzaun

Zu Besuch in der Containerburg

v.l.n.r.: Sven Schneider, Christian Wolf, Stefanie Buttler, Dirk Seidemann, Jens Bärthel und Luca Hilbig (dualer Student).

Eine Frage erreicht uns in der Nahtlos-Redaktion immer wieder: Was passiert eigentlich in den Baucontainern auf der Campus-Baustelle? Und wer arbeitet hier? Um das herauszufinden, besuchen wir an einem frühen Morgen die Container. 

Es begrüßt uns Polier Sven Schneider vom Generalunternehmer Züblin in seinem Büro, gleich rechts nach dem Eingang.

Einblick in den Konferenzraum

Er nimmt uns mit in das Innere der Containerburg – ein langer Flur verbindet alle Räume. Hier sind alle wichtigen Funktionsräume für den Alltag eines Baustellenbüros angeordnet: Küche, Büros, Waschräume und ein großer Konferenzraum: Getränke auf den Tischen, moderne Bildschirme an der Wand – ebenso wie wandfüllende Baupläne. Obwohl die Sonne auf die Container knallt, ist es angenehm kühl. Hier treffen wir auf Bauleiterin Stefanie Buttler, Polier Dirk Seidemann und den ersten Bauleiter Christian Wolf, der betont: „Viele Besucher sind überrascht, wenn sie reinkommen. Wir sind im Vergleich zu anderen Baustellen zeitgemäß ausgestattet. Es ist wichtig, dass wir hier gut arbeiten können, damit wir pünktlich fertig werden.“

Die Mitarbeiter von Züblin nehmen sich Zeit und erklären uns ihre Aufgaben. Mit Sven Schneider und Dirk Seidemann arbeiten zwei erfahrene Poliere auf der Bauerfeind-Großbaustelle. Beide waren bereits bei Großprojekten der Chiphersteller ESMC und Infineon in Dresden dabei. Als Schnittstelle zwischen Baustelle und Bauleitung sorgen sie dafür, dass Personal und Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind – und die Qualität stimmt.
 

Aktuell gibt es bereits über 30 Container mit allem, was es braucht.

Noch sei es relativ überschaubar mit der Anzahl an verschiedenen Gewerken, betonen die beiden. Das liegt daran, dass bisher insbesondere viel Erde bewegt wurde, bevor ab Mitte September die Gebäude im Rohbau entstehen können. Ab dann werden auch mehr Gewerke vor Ort sein. Deshalb wird die Containerburg übrigens auch so genannt, denn es wird noch ein zweites Stockwerk brauchen, um für alle Nachunternehmer Platz zu finden. Sie ziehen zum Teil tagsüber in die kleinen Räume ein. Die Verhandlungsgespräche, die zum Großteil mit Kolleginnen und Kollegen von Bauerfeind geführt werden, finden in dem Konferenzraum statt, in dem wir gerade sitzen. Hierher kommen Nachunternehmer für Dachabdichtungen, Fassaden, Metallverkleidungen, Fensterrahmen und so weiter und so weiter. 

Von der Ausschreibung über die Verhandlung bis zur Vergabe begleitet Bauleiterin Stefanie Buttler die Prozesse für das neue Community Center. Zwei weitere Bauleiter kümmern sich um das Innovationscentrum sowie Halle 5 und 6. Sie behalten Termine, Kosten und Zulassungen im Blick und stimmen sich eng mit den Polieren und dem ersten Bauleiter Christian Wolf ab. Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Die einzelnen Bauabschnitte müssen wie Puzzleteile ineinandergreifen – zeitlich und finanziell.

Aus der Vogelperspektive: die Campus- Baustelle mitsamt der Containerburg.

Aktuell arbeiten elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Züblin und Strabag in der Containerburg. Züblin verantwortet als Generalunternehmer das Gesamtprojekt, Strabag übernimmt die Tiefbauarbeiten. In der Hochphase werden hier 16 bis 20 Personen arbeiten.

Auf die Frage hin, was der Lieblingsort in der Containerburg ist, antwortet Stefanie Buttler am spontansten: „mein Schreibtisch“. Christian Wolf sagt: „Bei mir ist es tatsächlich entweder im Besprechungsraum oder bei anderen Kollegen, also in der Zusammenarbeit.“ Er schaut in Richtung von Dirk Seidemann und Sven Schneider: „Habt ihr überhaupt einen Lieblingsort hier drin?“. „Nee, nee“, sagt Sven, „Ich bin am liebsten draußen.“ Dirk Seidemann bestätigt: „Mitmachen. Dabei sein.“ Draußen sind die beiden lieber als vor dem „eckigen Bildschirm“. 

Deshalb gehen wir jetzt auch raus, machen ein Gruppenfoto: Wir treffen Jens Bärthel, der als Oberbauleiter und Gesamtprojektleiter für die Standorterweiterung Campus bereits mehrere Großbaustellen betreut und die Gesamtverantwortung für die Baustelle trägt.

Eines haben alle gemeinsam: Sie blicken gespannt auf September und Oktober. Denn dann wird nahe der Containerburg erstmals etwas „in die Höhe gehen“, wie Christian Wolf salopp sagt. Denn dann wird auf dem Campus die Rohbau-Gebäudekonstruktion für Halle 5, Halle 6 und das neue Innovationscentrum zu sehen – und die Containerburg mit noch mehr Leben gefüllt sein.