Halbzeit bei den Olympischen Winterspielen in Italien
Die Hälfte der Medaillen bei den Olympischen Winterspielen in Italien ist vergeben. Bei den organisatorischen Abläufen entwickelt sich nach und nach eine gewisse Routine. Das gilt auch für die Arbeit in den sechs olympischen Dörfern. Mittlerweile sind an allen Standorten die Kolleginnen und Kollegen angekommen, die bis zum Ende der Winterspiele die Athleten in den Kliniken versorgen werden.

In Mailand wurden einerseits orthopädische Einlagen und Kompressionsprodukte abgegeben. Andererseits kam es zu Frakturen und Bänderverletzungen an der Hand sowie an der Schulter. „Am häufigsten haben wir Eishockeyspieler versorgt“, berichtet Bernd Stetter, Leiter Medical Affairs, der bis zum 14. Februar in Mailand Athleten versorgte. „Auch Orthesen, wie die SecuTec Genu Flex, haben wir nach einer Innenbandverletzung an eine Schweizer Eishockeyspielerin abgegeben. Zum Glück sind es aber überwiegend leichte Verletzungen“, ergänzt er. Viele der Sportlerinnen und Sportler konnten nach der Versorgung in Mailand auch weiterhin Wettkämpfe bestreiten.
Freestyle-Wettbewerbe führten zu schweren Verletzungen

Anders gestaltete sich die Lage in Livigno. Hier finden die Freestyle-Wettbewerbe für Ski und Snowboard statt. Sobald die Athleten ihr Training aufnehmen und die ersten Qualifikationsläufe starten, kommt es fast zwangsläufig zu Blessuren. Denn zum Alltag gehören leider auch Stürze auf der Piste, in der Halfpipe oder auf dem Parcours. „Im Gedächtnis ist mir die Versorgung einer Koreanerin hängen geblieben, die ich bereits zu Beginn der Wettbewerbe versorgt habe“, erzählt Tom Schonis von unserer Tochtergesellschaft Bauerfeind-Benelux. „Wir haben sie nach einer Kreuzbandverletzung im Rollstuhl mit einer SofTec Genu versorgt, so dass sie für eine weitere Behandlung heimfliegen konnte.“ Eine weitere schwere Knieverletzung einer Koreanerin versorgten Annelie Halank, Außendienstmitarbeiterin im Norden Deutschlands, und Thimoté Rouzin von Bauerfeind-Frankreich. „Sie hat im Training eine Impressionsfraktur im Oberschenkel erlitten und wir haben ihr eine SecuTec Genu Flex angelegt, um das Knie in der Bewegung zu limitieren“, so Thimoté. „Die Versorgung war insofern etwas Besonderes für mich, da wir in die Notaufnahme der Klinik gerufen wurden und sie dort vermessen und dann die Orthese angelegt haben“, ergänzt Annelie. „So schlimm diese Verletzung auch war, mich hat es sehr berührt, dass wir ihr gemeinsam als Team so professionell helfen und ihre starken Schmerzen mit der Orthese etwas lindern konnten“, so Annelie.

Die gesamte Bandbreite an Versorgungen in Livigno, Bormio und Predazzo

Sowohl schwere Verletzungen als auch präventive Versorgungen erlebte Jörg Mildner, vom Team Tragetests, in der ersten Hälfte der olympischen Wettbewerbe. Er war in Livigno und in Bormio tätig, wo die alpinen Skiwettbewerbe der Männer stattfinden. „Hier gab es die typischen Verletzungen an der Schulter, Hand oder am Knie, die beim Skifahren auftreten. Allerdings weniger schwer als in Livigno, so dass viele Athleten ihren Wettkampf fortsetzen konnten“, berichtet Jörg. Viele kamen aber auch, um bei muskulären Problemen nach einem Kompressionsprodukt zu fragen. So wurden insbesondere Compression Sleeves und Ski Alpine Compression Socks in Bormio abgegeben.

Häufiges Verletzungsmuster sowohl in Bormio als auch in Predazzo: Der „Skidaumen“. Richard Klein versorgte in Bormio während des Herren-Slaloms Lasse Gaxiola aus Mexiko mit einer RhizoLoc.

Ähnliches berichtet auch Andreas Limbach, Leiter Messtechnik, der über die komplette Zeit den Standort in Predazzo betreut. „In den vergangenen Tagen schauten viele bekannte Athleten, wie der Kombinierer Vinzenz Geiger, Skispringerin Katharina Schmid oder der italienische Langläufer Federico Pellegrino vorbei, um für die Regeneration und zur Unterstützung für die weiteren Wettbewerbe nach Kompressionsprodukten zu fragen.“ Verletzungen gab es größtenteils an der Hand, die durch den Skistock bei Stürzen im Langlauf verursacht wurden. „Wir hatten eher bei den Skispringern mit Verletzungen gerechnet, aber durch die schwierigen Bedingungen in der Loipe, aufgrund des nassen Schnees, benötigten insbesondere Langläufer unsere Unterstützung“, fügt er hinzu.
Schwere Stürze bei der Abfahrt

In Cortina ist nicht nur den Zuschauern am TV der schwere Sturz der Skirennläuferin Lindsey Vonn im Gedächtnis geblieben – auch bei den Bauerfeind-Kollegen in der Klinik war das natürlich ein Thema. Jedoch hatten sie zur Athletin, die mit einem Hubschrauber in die Klinik geflogen wurde, keinen persönlichen Kontakt und übergaben die Produkte direkt an die betreuenden Ärzte. Die ebenfalls bei der Abfahrt schwer gestürzte Skirennläuferin aus Andorra, Candelaria „Cande“ Moreno Becerra, wurde hingegen direkt von Marius Mildner, Außendienstmitarbeiter aus dem Norden Deutschlands, in Cortina mit einer SecuTec Genu Flex und einer RhizoLoc versorgt. Bei ihrem heftigen Sturz zog sich die 25-Jährige einen Kreuzbandriss im linken Knie und eine Zerrung des Innenbandes im rechten Daumen zu. Im Laufe der Woche postete sie dann ein Dankeschön an Bauerfeind auf ihrem Instagram-Kanal, das sie mit den Produkten zeigt.

Weitere Versorgungen in Cortina gab es bei den alpinen Skiwettbewerben der Frauen. „Wir hatten noch einige Versorgungen mit Orthesen für Knie, Hand und Schulter“, berichtet Marie. Sie arbeitete sowohl in Cortina als auch in Antholz. In Antholz gab sie beispielsweise an eine norwegische Biathletin eine ManuTrain ab. „Generell war es ruhig in Antholz“, resümiert Marie Debbeler. „Ich kam aber wunderbar mit den Ärzten der Delegationen in den Austausch. Dies hat mir in meiner Arbeit als Produktmanagerin für b:joynz Orthesen sehr geholfen und ich bin mit vielen Ideen zur Weiterentwicklung der Produkte nach Zeulenroda zurückgekehrt“, so Marie.