Notiert von Simone Gebler

Olympische Geschichten (…wäre doch schade, wenn wir sie nicht aufgeschrieben hätten.)

Hopp Schwiiz

In Cortina kam Bob-Pilotin Debora Annen (li.) mit ihrer Anschieberin Salomé Kora in die Servicestation von Bauerfeind. Die beiden fröhlichen Schweizerinnen sind ein spannendes Duo: Annen, 23 Jahre alt, ist die Tochter des mehrfachen Olympia- und WM-Medaillengewinners Martin Annen. Die zweifache Junioren-Weltmeisterin ist das erste Mal bei Olympischen Spielen dabei – zusammen mit ihrem Bruder Tim, der Anschieber im Viererbob ist. Salomé Koras verfügt dagegen über Olympiaerfahrungen: Sie ist die erste Schweizer Athletin, die sowohl an Sommer- als auch Winterspielen teilnimmt: Die 31-jährige Leichtathletin schnupperte als Sprinterin bereits dreimal „Olympia-Luft“. In Tokio schrammte sie 2021 mit der Staffel auf Platz 4 knapp an einer Medaille vorbei. In Cortina plagten die beiden Athletinnen Gelenk- und Muskelprobleme. Unser Kollege Daniel Martin (Mitte) half mit Bandagen und Kompressionsstrümpfen. Am Ende erreichten die beiden sympathischen Schweizerinnen Platz 7.

„Wir sind eine Familie hier“

Miteinander arbeiten, miteinander austauschen und auch miteinander essen – das ist es, was Olympische Spiele ausmachen. In den Kliniken in Livigno und in Bormio ging es besonders familiär zu: Wenn ein Team wechselte, veranstalteten die Ärzte ein kleines Picknick und luden ganz selbstverständlich auch die Kolleginnen und Kollegen von Bauerfeind mit ein. So fiel der Abschied vielleicht etwas leichter, wenn die letzte Pause zusammen verbracht wurde. „We are one family here – Wir sind eine Familie hier“, beschrieb ein Orthopäde aus Italien diese besonders herzliche Atmosphäre.

Expertenwissen

Eine kurzweilige olympische Videokonferenz erlebten bis zu 18 Kolleginnen und Kollegen am 18. Februar mit Rainer Berthan: Unser Vorstandsvorsitzender wollte sich kurz vor seinem Besuch in Italien vorab ein Bild davon machen, wie es den Bauerfeind-Teams an den einzelnen Standorten ergeht – und erlebte virtuell alles, was der Alltag in einer Klinik so bietet: Vom Ausfall des Internets (Antholz) bis zu eiligen Versorgungen (Cortina, Predazzo) und herzlichen Grüßen von Ärzten war alles dabei. Die Teams berichteten über ihre verschiedenen Erfahrungen und Eindrücke und Rainer Berthan fragte interessiert nach. Dabei stellte unser Vorstand auch sportliches Expertenwissen unter Beweis, zum Beispiel als es um die neue olympische Sportart Skibergsteigen (Ski Mountaineering) ging: Rainer Berthan sah die Franzosen in der Favoritenrolle – und in der Tat holten sie in den drei Wettbewerben die meisten Medaillen.

Ein Präsident auf Reisen

Thomas Weikert (2. von links) ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und möchte als solcher natürlich möglichst nah dran sein am deutschen Team. Bei den diesjährigen dezentralen Olympischen Winterspielen bedeutete das für ihn: viel Sitzen im Auto, um von Wettkampfstätte zu Wettkampfstätte zu gelangen und möglichst viele Athletinnen und Athleten anzufeuern. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis der Bedarf nach Kompressionsstrümpfen aufkam. Also telefonierte der leitende deutsche Mannschaftsarzt Prof. Dr. Bernd Wolfarth mit unserem Kollegen Dirk Schwager (links im Bild) in Cortina. Der versorgte zusammen mit Daniel Martin (rechts) ruckzuck – zwischen zwei Terminen – den Präsidenten und seinen Begleiter gleich mit: Thomas Weikert und Folker Hellmund, der das DOSB-Büro in Brüssel leitet, konnten anschließend gut bestrumpft weiterfahren. 

Unterhaltsame Mittagspause

Olympische Geschichten gab es für die Kolleginnen und Kollegen in der vergangenen Woche in der Kantine in Zeulenroda: In der Mittagspause berichteten Luisa Bärtig (Bauerfeind Sports) und Alexander Lehle (Trainer Orthopädie) über ihre Erfahrungen vor Ort. Die Moderation hatte Claudia Metzner (Unternehmenskommunikation). Und weil das Format auf so gute Resonanz traf, gibt es die nächste Mittagspause mit olympischen Geschichten am 26. Februar an selber Stelle – einmal um 11 Uhr und einmal um 12:15 Uhr.

Venedig sehen und sterben

Ich, Simone, bin Norddeutsche. Winter ist bei uns, wenn zwei Zentimeter Neuschnee den kompletten Verkehr lahmlegen. Mein einziges Paar „echte“ Winterschuhe habe ich wegen Olympia gekauft, im Januar 2010. Seitdem waren sie bei drei Olympischen Winterspielen im Einsatz: 2010 in Vancouver, 2014 in Sotschi und 2018 in Pyeongchang. Aber da war kaum Schnee. Also habe ich sie hochgerechnet insgesamt vielleicht etwa 14 bis 18 Tage getragen. Die Zeit dazwischen (über 5.800 Tage!) lagen sie ungenutzt im Heizungskeller. Das war keine artgerechte Haltung, wie ich nun weiß, denn auf dem Flug nach Italien, wo ich sie stolz anhatte, haben sie ihren Geist aufgegeben. In Venedig, bei 12 Grad und Sonnenschein, ging nix mehr. Ich habe sie mit einer Träne im Knopfloch nachhaltig entsorgt. Daher meine Shopping-Beichte an dieser Stelle: Ich habe mir im Zentrum von Cortina d’Ampezzo, wo sich edle Boutiquen, schicke Modegeschäfte und Juweliere aneinanderreihen, ein paar coole neue Winterschuhe gekauft. Natürlich nur in dem Kaufhaus, in dem Bauerfeind Italien mit unseren Sportbandagen und -strümpfen vertreten ist!