Herkulesaufgabe gemeinsam gemeistert
Umstellung SAP S4/HANA
Ostersonntag, 19.00 Uhr im Bauerfeind-Tower: In der Küche von Etage 3 stapeln sich die Pizza-Kartons. Auf der Südseite sitzen acht IT-Kollegen hochkonzentriert vor ihren Rechnern. Hinter den Kollegen liegen bereits 70 Stunden, in denen das „alte“ zentrale SAP-System auf das neue System SAP S4/HANA umgestellt, alle Daten überführt und Subsysteme angeschlossen wurden.
Mittendrin und deutlich gelöst IT-Chef Thomas Wachsmuth und Projektleiter Frank Lotthardt. Sie können vermelden, dass bis zu diesem Zeitpunkt alles nach Plan verläuft und es bis auf einen kleinen zeitlichen Verzug zu keinen schwerwiegenden Störungen kam.
Der Startschuss fiel, genau wie vor fast 3 Jahren festgelegt, Gründonnerstag, 20.00 Uhr. Im Vorfeld war eine komplexe Planung über ein individuell angepasstes Projektmanagement-Tool nötig: Exakt 449 Einzelschritte und Aufgaben sind darin enthalten, die geprüft und ausgeführt werden. Eine Herkulesaufgabe, für die genau zwei Jahre akribischer Vorbereitung nötig waren: „2019 haben wir mit dem Projekt begonnen und uns mit mehr als 200 Kolleginnen und Kollegen aus den betroffenen Bereichen auf diesen Systemwechsel vorbereitet“, erzählt Frank Lotthardt.
Über Ostern war das Kernteam aus 10 Kolleginnen und Kollegen im Schichtwechsel im Einsatz und permanent vor Ort. Nur zum Schlafen ging es kurz ins Bio-Seehotel. Alle anderen, wie zum Beispiel die SAP-Key-User, waren auch in Bereitschaft und mussten über die Osterfeiertage erreichbar sein. Ab Sonntagvormittag kamen die ersten Teams aus Produktion und Logistik, um die Kernprozesse zu checken.
„Ich kann mich nur herzlich bei jedem Einzelnen für die Einsatzbereitschaft und gute Arbeit bedanken“, sagt Projektleiter Frank Lotthardt und freut sich: „Viele Firmen verschieben diese System-Umstellung immer wieder. Wir nicht, wir haben es durchgezogen.“ Planmäßig konnte am Dienstag nach Ostern die Frühschicht mit der Nutzung des neuen Systems starten.
„Die rechtzeitige Umstellung auf SAP S/4Hana bringt Bauerfeind in eine gute Position. Damit haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und für unsere Digitalisierungsstrategie eine gute Basis geschaffen“, ergänzt IT-Leiter Thomas Wachsmuth und führt aus: „Das System ist stabil und zukunftsfähig. Hier können wir jetzt mit weiteren Innovationen ansetzen, welche die Automatisierung und bessere Nutzung von Daten vorantreiben. Dabei nutzen wir zum Beispiel auch Verfahren der Künstlichen Intelligenz, um unsere Kolleginnen und Kollegen von monotonen Tätigkeiten zu entlasten.“
Christian Ringel, Cornelia Herold, Kristin Steinbach und Kevin Hufenbach (v.l.n.r.) prüfen in der Produktion den Etikettendruck.
Die Fertigungssteuerung von der Auftragsanlage bis zur Freigabe in die Logistik kontrollieren Christian Ringel, Holger Wohlrabe und David Schaub (v.l.n.r.)
Tim Goldschald checkt, ob das Ein- und Auslagern der Produkte funktioniert.
Was bedeuten die Abkürzungen SAP S4/HANA und ERP?
Was bedeuten die Abkürzungen SAP S/4HANA und ERP?
SAPS/4HANA ist eine ERP-Softwarelösung und Nachfolger des bisherigen Kernprodukts SAP ECC. Das S steht dabei für simple oder suite, die 4 für die vierte Produktgeneration und HANA (High Performance Analytic Appliance) für die zugrundeliegende Datenbanktechnologie. Bis 2027 müssen alle Unternehmen, die mit SAP arbeiten, von ihrem alten System zum neuen und verbesserten S/4HANA wechseln. Ab diesem Zeitpunkt werden ältere Systeme nicht mehr von SAP unterstützt.
ERP steht für Enterprise Resource Planning. Damit wird eine Softwarelösung bezeichnet, die alle Kernprozesse umfasst, die für die Führung eines Unternehmens notwendig sind. Sie integriert eine Vielzahl von Geschäftsanwendungen (Finanzen, Personalwesen, Fertigung, Logistik, Services, Beschaffung) und Betriebsdaten, die in einer zentralen Datenbank verarbeitet und gespeichert werden.