Sag niemals nie

Andreas Nitsche, Deutschland

Das ist Andreas Nitsches Lebensmotto. Er packt viele Dinge an, scheut sich nicht vor ungewöhnlichen Erfahrungen. Das zeigt sich auch in seiner beruflichen Laufbahn: zwei Handwerksberufe, sieben medizinische Abschlüsse, Arbeit beim Militär, in der freien Wirtschaft und auf der Intensivstation. Im Oktober 2018 startete Andreas Nitsche dann im Objektmanagement bei Bauerfeind, ist jetzt Betriebssanitäter. Dass es dazu kam, verdankt der 49-Jährige seiner Erfahrung im medizinischen Bereich – und einer ganz besonderen Begebenheit.

Herr Nitsche, einige Kollegen bezeichnen Sie als „Lebensretter“. Wie kam es dazu?

Es war Herbst 2018 und gerade Aufsichtsratssitzung, für die ich das Aramark-Catering bereitgestellt habe. Professor Heinrich Heß, der langjährige Weggefährte von Professor Bauerfeind, war auch dabei. Plötzlich gab es ein großes Gewusel und laute Stimmen. Es stellte sich heraus, dass Professor Heß in einer lebensbedrohlichen Situation war – da habe ich natürlich sofort geholfen und ihn wieder ‚hergezaubert‘. Zum Glück konnte er danach seine Tätigkeit im Aufsichtsrat bald wiederaufnehmen.

Das klingt sehr routiniert.

Für mich ist das kein großer Akt, ich habe ja Erfahrung in dem Bereich. Bald danach kam auch die Anfrage, ob ich nicht bei Bauerfeind anfangen will. Und natürlich habe ich Ja gesagt. Seitdem bin ich für Arbeitssicherheit zuständig, erledige auch Reparaturen, Arbeitsmittelprüfungen und andere Tätigkeiten im Bereich Objektmanagement, und bin Betriebssanitäter.

Hat sich Ihre Arbeit durch die Corona-Pandemie verändert?

Ja, natürlich. Im September gab es die ersten Schnelltests, die ich seitdem durchführe. Das habe ich schon vorher gemacht, zum Beispiel im Klinikum zur Erkennung von MRSA, einem Krankenhauskeim. Deshalb sind Nasen- und Rachenabstriche wie bei den Corona-Schnelltests für mich Routine.

Was ist dabei wichtiger: Geduld oder ein ruhiges Händchen?

Beides. Man muss auf die Menschen eingehen können. Einige sind ängstlich, machen sich viele Gedanken und zittern. Sie kann ich meistens schnell beruhigen. Beim Test sorge ich dafür, dass sich die Kollegen auf das Atmen konzentrieren, und dann ist das Stäbchen meistens schon wieder draußen.

Kommt es häufig vor, dass Sie als Betriebssanitäter in einem Notfall aktiv werden müssen?

Tatsächlich gar nicht so selten wie viele vielleicht vermuten. Zwischen 2019 und 2021 hatten wir einige Unfälle und chirurgische Verletzungen, die versorgt werden mussten. Häufig auch internistische Probleme, die das Herz-Kreislauf-System betreffen. Um in solchen Fällen noch besser reagieren zu können, sind wir ab sofort auch noch besser ausgestattet mit einem Patientenüberwachungsmonitor. Im Falle des Falles kann ich die Vitalwerte des Patienten dort sofort überprüfen und für den Notfallarzt ausdrucken – das kann entscheidend sein!

Über Andreas Nitsche

Andreas Nitsche bringt eine Menge medizinische Erfahrung mit zu Bauerfeind: Beim Militär war er unter anderem als Rettungsassistent, Notfallsanitäter und Taucherarztgehilfe tätig. Er begleitete von 1994 bis 1995 einen Auslandseinsatz der UNO in Asien und arbeitete insgesamt 12 Jahre auf der Intensivstation des Geraer Waldklinikum. Als Betriebssanitäter ist der 49-Jährige seit Beginn der Corona-Pandemie für die Durchführung von Schnelltests am Standort Zeulenroda zuständig. Wenn Andreas Nitsche nicht arbeitet, fährt er ehrenamtlich beim Rettungsdienst mit, hilft als Notfallsanitäter bei Veranstaltungen. Ausgleich findet er zudem bei der Arbeit in seinem Garten.