Völlig isoliert

Mathias Ott, Deutschland

Im normalen Geschäftsbetrieb verschickt das Logistikzentrum aus Zeulenroda täglich rund 5.000 Pakete mit 12.000 Lieferpositionen. Um in der aktuellen Coronavirus-Lage voll arbeitsfähig zu bleiben und weiterhin pünktlich zu liefern, hat Abteilungsleiter Mathias Ott sofort nach Bekanntwerden der schnellen Ausbreitung seine 50 Mitarbeiter in zwei Schichten aufgeteilt, die völlig isoliert voneinander arbeiten. Im Interview verrät er uns, wie das ganz praktisch funktioniert.

Zwei Schichten, die sich komplett aus dem Weg gehen. Wie kann man sich das vorstellen?

Die Kollegen der Frühschicht verlassen die Halle durch die Fluchttüren und desinfizie­ren vorher ihre Arbeitsmittel. Die Kollegen der Spätschicht nutzen den Haupteingang. So ist gewährleistet, dass wirklich kein Kon­takt untereinander besteht. Alle Mitarbeiter halten sich eisern an diese Maßnahmen, damit wir nach wie vor Aufträge pünktlich liefern können. Eine großartige Leistung vom gesamten Team!

Welche Sicherheitsvorkehrungen habt Ihr außerdem getroffen?

Wir haben überall Desinfektionsmittel ver­fügbar und alle tragen Handschuhe sowie das Multifunktionstuch vom Vorstand. Seit gut fünf Wochen haben wir außerdem keinen Kontakt zu benachbarten Bereichen, wie der Produktion, dem Rohwarenlager, der Kantine oder der Postfrau. Alle Übergaben erfolgen über isolierte Übergabeorte, wie man auf dem Foto sehen kann. Mit den anderen Be­reichen kommunizieren wir nur per E-Mail, Telefon oder Webex.

Wie versorgt Ihr Euch, wenn Ihr nicht mehr in die Kantine geht?

Wir bestellen täglich bei unserem Catering-Service »Aramark«. Die Küchenkräfte stellen uns dann Baguettes oder Schnitzelbrötchen über einen Kühlschrank, also kontaktlos, zur Verfügung. Das wird gut angenommen. Aber wochenlang nur Baguettes und belegte Brötchen sind auf Dauer ein wenig einseitig. Deshalb spendiere ich schon mal ab und zu einen Döner.

Nach innen seid Ihr also gut geschützt. Und wie verfahrt Ihr mit Euren Dienstleistern?

Den Fahrern der Paketdienste und Spedi­tionen treten wir nur mit dem geforderten Mindestabstand gegenüber. Die Angestellten unserer Dienstleister GLS, Fedex und DHL holen wie gewohnt am Abend kontaktlos die Pakete ab, um sie dann am Folgetag auszu­liefern. Auch das ist manchmal schwierig, da einige Warenempfänger geschlossen haben. Dann suchen wir nach Alternativen.

Welche Alternativen gibt es?

Wir sprechen mit unseren Kolleginnen vom Telefonservice. Sie klären mit den Kunden, wie das Paket zugestellt werden kann, zum Beispiel über den Versand an eine Alterna­tiv- oder Privatadresse.

Über Mathias Ott

Seit 24 Jahren kümmert sich Mathias Ott um die Produkt-kommissionierung und den weltweiten Versand der Bestellungen bei Bauerfeind. Er leitet den Bereich Logistik seit 2003 und trägt damit die Verantwortung für aktuell 50 Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter. Eine Aufgabe, die der vierfache Familienvater mit großem Engagement bewäl­tigt. Er packt selbst mit an und hat immer ein offenes Ohr für seine Teams.