Wir denken in Generationen
Bauerfeind führt Umweltmanagementsystem ein

Bauerfeind beschäftigt sich ab sofort noch intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit und führt im kommenden Jahr eines der weltweit anspruchsvollsten Umweltmanagementsysteme EMAS ein, zunächst für den Standort Zeulenroda. Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit gab und gibt es natürlich bereits. Die Entscheidung für dieses Umweltmanagementsystem bedeutet allerdings, dass Bauerfeind das Thema nun auch strategisch einbindet und sich an höchsten Standards messen lassen möchte. Das hat soziale, ökologische aber auch wirtschaftliche Gründe.
„Einerseits ist es im Sinne eines Familienunternehmens, nicht nur an die aktuelle, sondern auch die nächste und übernächste Generation zu denken“, erklärt Andreas Lauth, Vorstand Technik, die Entscheidung. „Andererseits ist Nachhaltigkeit für Unternehmen längst kein Image-Thema mehr, denn Ressourcen werden knapper. Umso wichtiger ist es, nachhaltig zu wirtschaften.“ Außerdem fordern nationale und internationale Kunden zunehmend ein großes Engagement bei ihren Lieferanten ein. Endverbraucher greifen immer häufiger zu nachhaltig hergestellten Produkten. Mit EMAS bedient Bauerfeind also das Interesse verschiedener Anspruchsgruppen und stellt sich gleichzeitig der ökologischen Verantwortung.

Um das Unternehmen „fit“ für die Zukunft zu machen, wurde eine zentrale Koordinationsstelle geschafften: Justus Tilly ist seit Juli 2021 als Umweltmanager im Bereich Qualitäts- und Zulassungsmanagement tätig. Er war von 2018 bis 2020 als wissenschaftliche Hilfskraft im Umweltmanagement (EMAS) am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig tätig und fertigte dort seine Masterarbeit zum Thema „Ableitung von Umweltzielen im Kontext von EMAS an“. Der 27-Jährige wird die Anforderungen von EMAS im Unternehmen implementieren. Als Experte erklärt er uns alles Wichtige zum System:
Justus, wie können wir uns EMAS vorstellen?
EMAS umzusetzen bedeutet, dass wir unsere Umweltleistung kontinuierlich über einen langen Zeitraum verbessern müssen. Das heißt, ich schaue mir Umweltauswirkungen wie zum Beispiel den Wasser- und Stromverbrauch oder den Ausstoß von Treibhausgasemissionen an, identifiziere die zugrundeliegenden Prozesse und erarbeite anhand dessen Ziele und Maßnahmen. Dabei werden alle Bereiche im Unternehmen langfristig eingebunden.
Wie geht es weiter bis zur Zertifizierung?
Ich bin in engem Austausch mit verschiedenen Teams und habe mir bereits einen Überblick verschafft. Nun wird das eigentliche Umweltmanagementsystem aufgebaut. Das heißt, es werden nach und nach konkrete Forderungen der EMAS-Norm umgesetzt, es wird eine Bauerfeind-Umweltpolitik entworfen und die Umweltbilanz erstellt. Das EMAS-Zertifikat bekommen wir erst dann, wenn wir unser komplettes Umweltmanagement-System sowie unsere erste Umwelterklärung erfolgreich durch einen externen Auditor überprüfen lassen haben.
Das klingt nach einer „Mammut“-Aufgabe. Wer unterstützt dich dabei?
Es kommt darauf an, sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Thema zu beschäftigen und so stetig besser zu werden. Deshalb stellen wir nun ein „EMAS-Team“ auf. Hier werden regelmäßig Vertreter aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen, um ihre Belange einzubringen, Ideen auszutauschen und mich bei wichtigen Themen zu unterstützen.
Darüber werden wir weiter berichten. Vielen Dank!

EMAS
EMAS = engl. „Eco-Management and Audit Scheme“: „Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung“, basierend auf einer Gesetzgebung der Europäischen Union. EMAS gilt als das anspruchsvollste Umweltmanagementsystem weltweit. Es fordert u. a. eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung, einen Nachweis zur Umweltrechtskonformität sowie eine verpflichtende externe Kommunikation in Form einer jährlich zu veröffentlichenden Umwelterklärung.