Menschen, Maschen und Maschinen

Bei Michael Dübler laufen alle Fäden zusammen

76 Rundstrickmaschinen, 22 verschiedene Produkte und rund 3.700 Paar Strümpfe am Tag: Im Team SW1 (Stricken Wertstrom 1) ist Einiges in Bewegung. Hier entstehen medizinische Hilfsmittel, Sportsocken und rundgestrickte Sportprodukte – und damit ein großer Teil der rundgestrickten Produkte von Bauerfeind. 31 Mitarbeiter aus sechs Nationen sorgen im Zwei-Schicht-Betrieb dafür, dass die Maschinen laufen, die Qualität stimmt und die fertigen Strümpfe anschließend weiterverarbeitet werden. Die Produktvielfalt ist dabei eine der größten Besonderheiten des Bereichs. „Wir sind das Team, das die meisten Artikel aus dem Bereich Rundstrick fertigt“, erklärt Teamleiter Michael Dübler. 

Team SW1 mit Mitarbeitern aus sechs Nationen.

Ein Wertstrom mit vielen Schnittstellen

SW1 ist Teil eines Wertstroms. Ziel ist ein möglichst gleichmäßiger Warenfluss mit kurzen Lieferzeiten und wenig Zwischenlagerung. Dafür arbeitet das Team eng mit zahlreichen Bereichen zusammen – unter anderem mit SW2 und SW3, der Färberei sowie Qualitätsmanagement, Arbeitsvorbereitung und Entwicklung.

Innerhalb des Teams gibt es ganz unterschiedliche Aufgaben: Maschinen- und Anlagenführer betreuen je nach Bereich fünf bis acht Maschinen. Mechaniker kümmern sich um Wartung und Instandhaltung, Schichtleiter um die Organisation. In der Konfektion werden unter anderem Sportartikel gepatcht, verpackt und etikettiert.

Hightech im Verborgenen

Moderne Rundstrickmaschinen arbeiten hochautomatisiert. Sie sind vernetzt, Strickprogramme werden automatisch übertragen und die Maschinen fertigen die Produkte weitgehend selbstständig. Ob Kniestrumpf, Strumpfhose oder Schenkelstrumpf: Die Maschine kann verschiedene Produkte fertigen, ohne dass Garn umgefädelt oder Einstellungen aufwendig von Hand verändert werden müssen. Die Digitalisierung bringt allerdings auch neue Abhängigkeiten mit sich. „Wenn irgendwo etwas hakt, dann können wir mitunter nicht fertigen“, so Michael Dübler.

Mit heißer Nadel gestrickt

Bei 22 Produkten und drei Maschinenherstellern ist Erfahrung besonders wichtig. „Die Mitarbeiter machen nicht die ganze Woche das Gleiche. Wir haben eine hohe Flexibilität, meine Mitarbeiter wechseln jeden Tag die Strickmaschine“, erklärt Teamleiter Dübler. Wer die gesamte Qualifikationsleiter durchläuft, kann schließlich alle 22 Produkte fertigen. Dafür braucht es neben Fingerfertigkeit und körperlicher Fitness vor allem Erfahrung und ein gutes Auge. „Es reicht manchmal, wenn ein erfahrener Maschinenbediener einfach über seine Maschine guckt. Da sind 25 Materialien drauf, er lässt nur seinen Blick drüber schweifen und weiß: Das passt.“

Kerstin Illgen an einer der Strickmaschinen.

Kerstin zieht die Fäden

Diese Erfahrung soll auch an die nächste Generation weitergegeben werden. Kerstin Illgen arbeitet seit 31 Jahren bei Bauerfeind und kennt die unterschiedlichen Maschinen, Produkte und mehr als 200 eingesetzten Materialien. Auch in Konfektion und Verpackung unterstützt sie ab und an. Besonders Freude macht es ihr, ihr Wissen an neue Mitarbeiter und Azubis im Team SW1 weiterzugeben. „Nicht alles lässt sich aus Büchern und Arbeitsanweisungen lernen, manches muss man einfach gezeigt bekommen. Gerade bei den Maschinen hilft Erfahrung, die man über die Jahre gesammelt hat.“ Am Ende ist es das Zusammenspiel aus Hightech und Erfahrung, das aus einem Programm ein gutes Produkt werden lässt.

Bei Michael Dübler gleicht kein Arbeitstag dem anderen.

Vom Azubi zum Teamleiter

Michael Dübler kennt Bauerfeind wie kaum ein anderer. 1993 begann er seine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer – damals als erster Auszubildender in seinem Bereich. Danach folgte die Weiterbildung zum Industriemeister. Seit vielen Jahren ist er Teamleiter. „Und schwupps, sind 33 Jahre rum“, sagt er rückblickend. Seinen Arbeitsalltag beschreibt er mit „voller Überraschungen“. Genau das gefällt ihm: „Am meisten Spaß macht mir der tägliche Austausch, der Umgang mit den Menschen.“ Auch privat ist Michael Dübler aktiv. Er spielt in einer Schalmeienkapelle und trainiert eine Jugend-Fußballmannschaft. Ganz abzuschalten fällt ihm allerdings nicht immer leicht. Zu wichtig sind ihm die Menschen, mit denen er arbeitet. „Wenn ich sehe, dass meine Mitarbeiter mit Freude auf Arbeit gehen und wir gemeinsam die Vorgaben erreichen, dann ist mein Ziel erreicht.“