Brexit-Bestimmungen beschäftigen Bauerfeind-Teams

Pakete von Zeulenroda aus direkt an die Kunden in Großbritannien verschicken – gar kein Problem! Zumindest bis zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Seit dem 1. Januar 2021 ist das Land kein Mitglied der Staatengemeinschaft mehr. Damit einher gehen diverse neue Regelungen für Waren, die nach Großbritannien exportiert werden.

Bis zum Brexit erfasste die Tochtergesellschaft Bauerfeind UK Aufträge der Kunden selbst und Bauerfeind verschickte die Ware aus Zeulenroda direkt an die Kunden. Das funktioniert aktuell nicht mehr, denn Großbritannien ist nun als sogenanntes Drittland eingestuft. Die Folge: neue Zollformalitäten! „Jede Sendung müsste einzeln verzollt werden“ erklärt Claudia Richter, Teamleiterin Export. „Das bedeutet für uns einen zu großen Mehraufwand. Deshalb haben wir den Prozess übergangsweise umgestellt.“

Übergangslösung ermöglicht pünktliche Lieferung

Aktuell erfasst das Team Export die Aufträge aus Großbritannien im System. Und auch das Team aus der Logistik hat sich umgestellt: „Wir packen die einzelnen Pakete vor und dann in ein großes Paket, das wir an die Tochtergesellschaft in London senden“, erklärt Julian Musiol, Abteilungsleiter Outbound Logistik. Dort kommt das Paket innerhalb von nur 2 Werktagen im dafür neu angemieteten Lager an und kann von dort aus an die Kunden weiterversendet werden. Dadurch wird eine zügige Lieferung auch während der Übergangsphase gewährleistet: „Das ist eine tolle Leistung aller Beteiligten und dem hohen Engagement der Teams zu verdanken“, sagt Claudia Richter.

Sammelverzollung wird eingerichtet

Ziel ist nun, bald wieder direkt von Zeulenroda an die Kunden in Großbritannien versenden zu können. „Dafür soll es bald für alle Pakete an einem Tag eine automatisierte Zollrechnung geben“, sagt Claudia Richter. Gewährleistet wird das gemeinsam mit einem Paketdienstleister, der sich fortan um die Verzollung der Produkte kümmern soll. Aktuell prüft dieser alle notwendigen Anpassungen, die sich durch den Abschluss des Handelsabkommens im Dezember ergeben haben. Darüber hinaus müssen unter anderem datenschutzrechtliche Fragen geklärt, die finanzielle Entwicklung überwacht und neue technische Voraussetzungen im SAP geschaffen werden. „Alle Teilprozesse müssen koordiniert werden und als Einheit funktionieren, damit der erhöhte Aufwand durch den Brexit überschaubar bleibt und wir weiterhin zuverlässig liefern können“, so Claudia Richter.