PureSole – Organisation und Serienanlauf

Die Fäden in der Hand

PureSole zählt zu den größten Entwicklungsprojekten der Fußorthopädie der vergangenen Jahre. Doch bevor die neuen Rohlinge produziert werden können, müssen Prozesse definiert, Materialien freigegeben, Dokumentationen erstellt und Fertigungsabläufe abgesichert werden. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Doreen Selz. Als Mitarbeiterin Anlaufmanagement begleitet sie die Überleitung neuer Produkte in die Serienfertigung und sorgt dafür, dass aus einer Entwicklung am Ende ein stabiles Serienprodukt wird. 

Wann beginnt Deine Arbeit im Entwicklungsprozess?

Doreen Selz: Intensiv eingebunden bin ich ab der C-Muster-Phase. Dabei geht es um das serienfähige Produkt. Mit entsprechender Entwicklungsreife übernehmen wir die Verantwortung für den Produktionsanlauf. Es folgen Nullserien und die schrittweise Freigabe der einzelnen Modelle. Dabei prüfen wir, ob die Produkte in verschiedenen Größen zuverlässig in Serie gefertigt werden können und ob gegebenenfalls noch Anpassungen notwendig sind.

Was bedeutet das bei einem Projekt wie PureSole konkret?

Doreen Selz: Für jedes Modell müssen verschiedene Größen produziert und bewertet werden. Erst wenn diese Nullserien erfolgreich abgeschlossen sind, beginnen wir mit der eigentlichen Einführungsmenge. Insgesamt sprechen wir hier von mehreren tausend Einlagen, die zusätzlich zum laufenden Tagesgeschäft produziert werden müssen. Das zeigt, welche Dimension das Projekt inzwischen erreicht hat.

Mit welchen Bereichen arbeitest Du dabei zusammen?

Doreen Selz: Mit sehr vielen. Produktmanagement, Entwicklung, Einkauf, Arbeitsvorbereitung, Stammdaten, Produktionscontrolling, RAC, Produktion und Qualitätsmanagement – jeder Bereich hat seine Aufgaben innerhalb des Projekts. Unsere Aufgabe ist es, die Fäden zusammenzuhalten und dafür zu sorgen, dass alle Informationen zusammenlaufen.

Was war bei PureSole besonders herausfordernd?

Doreen Selz: Die Größenordnung des Projekts. Wir sprechen nicht über ein oder zwei neue Produkte, sondern über mehr als 30 neue Modelle. Dadurch steigt der Abstimmungsaufwand enorm. Themen wie Materialbeschaffung, Dokumentation, Stammdatenpflege, Arbeitsanweisungen oder auch Auswirkungen bei Änderungen werden schnell unterschätzt. Bei dieser Anzahl von Modellen wird daraus aber eine echte Herausforderung.

Welche Arbeit sieht man am Ende nicht, obwohl sie entscheidend für den Projekterfolg ist?

Doreen Selz: Ganz klar die Kommunikation und Dokumentation. Viele Entscheidungen entstehen in Besprechungen oder kurzen Abstimmungen. Wenn diese Informationen nicht sauber festgehalten und weitergegeben werden, gehen sie verloren. Deshalb dokumentieren wir Verantwortlichkeiten, Termine und Entscheidungen sehr konsequent. Das sieht später niemand am fertigen Produkt, ist aber entscheidend dafür, dass ein Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann.

Gab es Situationen, in denen Ihr eingreifen musstet?

Doreen Selz: Ja, das gehört dazu. Unsere Aufgabe ist es auch zu prüfen, ob ein Produkt nicht nur funktional ist, sondern sich später stabil und fehlerfrei in Serie produzieren lässt. Bei einzelnen Modellen haben wir festgestellt, dass bestimmte Materialkombinationen im Serienprozess zu kritisch wären. In solchen Fällen muss man Entscheidungen treffen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen oder Varianten verwerfen.

„Man kann nicht früh genug anfangen, miteinander zu sprechen.“

Doreen Selz, Team Anlaufmanagement Fußorthopädie

Welche Erkenntnisse nehmt Ihr aus dem Projekt für zukünftige Entwicklungen mit?

Doreen Selz: Vor allem die Bedeutung einer frühzeitigen Kommunikation. Man kann nicht früh genug anfangen, miteinander zu sprechen und Themen zu hinterfragen. Viele Dinge wirken am Anfang nebensächlich – etwa Materialbezeichnungen, Dokumentationsanforderungen oder Verantwortlichkeiten. Später können genau diese Details aber entscheidend werden. Diese Erfahrungen werden uns bei zukünftigen Projekten helfen. Am Ende ist es wichtig aus Fehlern zu lernen und sie nicht noch einmal zu machen.

Wie blickst Du auf die kommenden Jahre in der Fußorthopädie?

Doreen Selz: Sehr positiv. Wir sehen, dass viele neue Projekte entstehen und die Fußorthopädie wieder investiert und wächst. Gleichzeitig werden auch unsere Prozesse weiterentwickelt. Seit April liegt mein Schwerpunkt vollständig auf der Überleitung und Projektarbeit. Das zeigt, welche Bedeutung neue Produkte und deren erfolgreiche Einführung künftig haben werden. Und eines ist sicher: PureSole wird nicht das letzte große Projekt gewesen sein.

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