PureSole – Vision und Markt

Das Mammutprojekt

Die Sparte Fußorthopädie richtet ihr Produktportfolio neu aus – und arbeitet dafür gleichzeitig an mehreren großen Projekten. Nach TRIactive und dem 3D-Druck ist in diesem Frühjahr bereits die nächste Produktlinie in den Markt gestartet: PureSole. Die neuen Einlagenrohlinge werden in der Technologie in Zeulenroda entwickelt und produziert. Mit mehr als 30 neuen Rohlingen ist PureSole das größte Projekt am Standort seit der Verlegung der GloboTec-Soft-Rohlinge aus Remscheid im Jahr 2014. Wie viel Entwicklungsarbeit, Abstimmung und Teamarbeit hinter dem Mammutprojekt stecken, schildern Produktmanager Rico Wagner, Produktentwickler Peter Schultz in Teil 2 (online) und Mitarbeiterin Anlaufmanagement Doreen Selz in Teil 3 (online).

Rico, worum geht’s bei dem Projekt?

Rico Wagner: Bei PureSole Comfort sprechen wir über eine komplett neue Generation verpresster Einlagen, exakt sind es 36 neue Weichschaum- bzw. Weichbettungseinlagen. Unser Ziel war, bettende Einlagen zu entwickeln, die modern aussehen, farbig sind, dünn aufgebaut und möglichst bearbeitungsarm. Das macht sie attraktiv für den Markt und wirtschaftlich interessant für uns. Der Orthopädieschuhtechniker muss deutlich weniger schleifen und anpassen – das ist ein großer Vorteil. 

Sind die PureSole-Comfort-Rohlinge eher eine Evolution oder ein Neustart? 

Rico: Der Unterbau ist eher Evolution. Verpresste Einlagen gibt es am Markt schon lange. Damit holen wir etwas auf, das der Wettbewerb bereits im Portfolio hat – allerdings mit unserem eigenen Ansatz. Bei den Kombinationen der Unterbauten mit den Deckschichten haben wir verschiedenste Möglichkeiten getestet und genau die Varianten ausgewählt, die aus unserer Erfahrung das größte Marktpotenzial haben. Langfristig sollen die neuen Modelle unsere bisherigen Weichschaum-Einlagen nach und nach ablösen.

Was passiert, wenn man in der Entwicklung alles neu denken darf? 

Rico Wagner: Die große Freiheit in der Entwicklung war wirklich das Spannende an dem Projekt. Wir konnten neue Materialien testen und sämtlichen Ideen nachgehen. Mir macht es einfach Spaß, rüber in die Technologie zu gehen und zu sehen, wie aus den Ideen dann Schritt für Schritt echte Produkte entstehen.

„Wenn man das Beste haben will, braucht Entwicklung eben Zeit.“

Rico Wagner, Produktmanager Fußorthopädie

Und wo wurde diese Freiheit zur Herausforderung?

Rico Wagner: Die organisatorische Seite war enorm aufwendig: neue Materialien beschaffen, Baugruppen anlegen, SAP-Stammdaten pflegen, Prüf- und Qualitätsdokumente erstellen. Viele Kolleginnen und Kollegen waren hier beteiligt, und zeitweise war es schon schwierig, den Überblick zu behalten. Dazu kam, dass manche Ideen oder Materialien am Ende doch nicht serientauglich waren und wieder verworfen werden mussten. Mit der Zeit sind wir aber entspannter geworden. Wir haben gelernt, dass sich manche Dinge nicht beschleunigen lassen. Wenn man das Beste haben will, braucht Entwicklung eben Zeit.

Was bleibt dir von dem Projekt in Erinnerung?

Rico Wagner: Vor allem der gute Zusammenhalt im Team, der im Laufe des Projekts immer größer geworden ist. Gerade am Anfang war die Arbeitsbelastung durch neue Prozesse, Materialien und SAP-Anlagen für alle Beteiligten enorm. Aber mit jedem weiteren Modell wurde es routinierter. Heute würden wir manche Dinge sicher anders angehen, weil wir aus dem Projekt viel gelernt haben. Gleichzeitig hat genau dieser Prozess das Team zusammengeschweißt.

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