PureSole – Technik und Entwicklung

Wie aus Ideen Innovationen werden

Mit PureSole entsteht in der Technologie Zeulenroda die größte neue Serie mit Einlagenrohlingen seit mehr als zehn Jahren. Hinter den neuen Modellen steckt viel Entwicklungsarbeit – von neuen Fertigungstechnologien über innovative Materialkonzepte bis hin zu einem völlig neu entwickelten Leisten. Produktentwickler Peter Schultz hat die PureSole-Comfort-Modelle maßgeblich geprägt. Im Interview spricht er über technische Herausforderungen, seine persönliche Entwicklungsphilosophie und darüber, warum ihn das Projekt bis heute begeistert.

Peter, wenn Du PureSole einem Branchenkollegen erklären müsstest – was würdest Du ihm zuerst zeigen?

Peter Schultz: Die neue Unterseite der Einlage. Unser Ziel war es, einen Rohling zu entwickeln, der möglichst bearbeitungsarm ist und dem Orthopädieschuhtechniker viel Arbeit abnimmt. Durch die neue Plattenverpressung entsteht bereits im Fertigungsprozess eine plane, sauber ausgeformte Unterseite. Damit kann viel Arbeitsaufwand beim Zuschleifen der Rohlinge für das entsprechende Schuhwerk reduziert werden bzw. ganz entfallen. Die Einlage ist dem fertigen Produkt schon sehr nahe – und sieht dabei auch noch hochwertig aus.

Welche technischen Innovationen stecken in den neuen Rohlingen?

Peter Schultz: Neben der neuen Verpresstechnologie haben wir einen komplett neu entwickelten Leisten geschaffen. Darin steckt ein rückfußbasiertes Korrekturkonzept, das viele Eigenschaften bereits in die Grundform der Einlage integriert. Dazu kommen flachere Pelotten, Sehnenfreiräume und eine Führung des Fersenbeins über innere und äußere Steigbügelstrukturen.

Eine weitere Besonderheit ist die neue Isobarenstruktur auf der Oberfläche. Diese dreidimensionale Struktur verbessert die Führung des Fußes, reduziert Scherkräfte und unterstützt die Korrekturwirkung der Einlage. Gleichzeitig sorgt sie für eine eigenständige, moderne Optik.

Wie entstand die Idee für diese Struktur?

Peter Schultz: Eigentlich durch Zufall. Bei einem Probe-3D-Druck für einen Leisten im Bauerfeind Innovationscentrum war eine Druckeinstellung deutlich gröber als geplant. Das Ergebnis sah aber spannend aus. Ich habe sofort angefangen zu überlegen, welche funktionellen Vorteile daraus entstehen könnten. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt die heutige Isobarenstruktur. Solche Momente sind in der Entwicklung oft der Ausgangspunkt für neue Ideen.

„Da steckt viel von meiner eigenen Philosophie drin.“

Peter Schultz, Produktentwickler Fußorthopädie

Warum war das neue Leistenkonzept dein persönliches Herzensprojekt?

Peter Schultz: Da steckt sehr viel von meiner eigenen Philosophie drin. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Einlagenversorgung und habe natürlich Vorstellungen davon, wie eine Einlage funktionieren sollte. Bei PureSole konnte ich viele dieser Ideen erstmals konsequent in einen neuen Leisten umsetzen. Deshalb sage ich auch: Dieser Leisten ist mein Baby.

Welche Vorteile bietet die Entwicklung und Fertigung hier in Zeulenroda?

Peter Schultz: Die kurzen Wege. Wenn eine Frage auftaucht, gehe ich einfach ein paar Meter weiter und bespreche sie direkt mit den Kolleginnen und Kollegen. Das beschleunigt vieles. Dazu kommt, dass wir die komplette Wertschöpfung sehr eng verzahnt haben. Von der Materialvorbereitung über das Tiefziehen bis zur Endkontrolle findet alles auf einer Ebene statt. Dadurch können wir neue Ideen schnell testen, Feedback einholen und Verbesserungen direkt umsetzen.

Wie hast Du die Zusammenarbeit mit den Kollegen in der Produktion erlebt?

Peter Schultz: Die Kollegen haben das Projekt von Anfang an mitgetragen. Viele haben die Entwicklungen direkt in der Fertigung miterlebt und wollten wissen, was als Nächstes kommt. Das Interesse war groß, und daraus ist echte Begeisterung entstanden.

Unsere Fertigung lebt von Vielfalt. Wir arbeiten mit vielen Materialien, Verfahren und Produktvarianten. Genau das macht die Arbeit spannend. Gleichzeitig sind die Kolleginnen und Kollegen sehr flexibel und beherrschen mehrere Arbeitsschritte. Das hilft enorm, wenn man ein Projekt dieser Größenordnung umsetzt.

Wenn Du auf PureSole zurückblickst – was macht Dich besonders stolz?

Peter Schultz: Dass wir so viele neue Ideen einbringen durften. Viele davon hatte ich schon lange im Kopf. Jetzt konnten wir sie endlich umsetzen. Und es macht immer noch Spaß. Genau dafür bin ich Entwickler geworden.

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